10.10.2011
Wohldosierte Bewegung kann bei Rheuma Gelenkschmerzen und Steifigkeit lindern
Rheumatologen vom BDRh unterstützen die Bewegungskampagne "Aktiv gegen Rheumaschmerz", Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme ist aber die Krankheitskontrolle durch Medikamente.
Insbesondere bei entzündlichen Rheumaformen wie der rheumatoiden Arthritis oder den entzündlichen Achsenskeletterkrankungen wie dem Morbus Bechterew lassen unter wohldosierter Bewegung und Vermeidung von zu starken Wirbelsäulenbelastungen sowohl die krankheitstypische Steifigkeit des Bewegungsapparates als auch die Schmerzen nach. Deshalb startet anlässlich des Welt-Rheuma-Tags am 12.10. unter dem Motto „Aktiv gegen Rheumaschmerz" eine neue Bewegungs-Kampagne, die Patienten mit Rheuma zu mehr körperlicher Aktivität motivieren soll. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling aufmerksam.
Krankheitskontrolle durch geeignete Medikamente Voraussetzung
Die Kampagne „Aktiv gegen Rheumaschmerz" , die von der Patientenorganisation Deutsche Rheumaliga organisiert wird, umfasst ein umfangreiches Trainingsangebot in deutschlandweit über 12.000 Bewegungsgruppen, sowie bundesweite Informations- und Motivationsveranstaltungen und neue Ratgeberliteratur. „Wir Rheumatologen vom BDRh unterstützen diese Kampagne, wobei uns neben der Information über Bewegungsangebote insbesondere auch wichtig ist, dass unsere Patienten mit chronisch-entzündlichen Rheumaformen über die verbesserten Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung informiert werden", erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis in Bad Aibling. „Bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung kann nämlich in der Regel nur dann eine Verbesserung der Lebensqualität über eine richtig dosierte körperliche Aktivität erreicht werden, wenn die Krankheit hinreichend durch geeignete Medikamente kontrolliert ist. Regelmäßig durchgeführte Trainingsprogramme haben bei Rheumatikern insofern erst durch die erheblichen Fortschritte in der medikamentösen Therapie Aussicht auf einen nachhaltigen Erfolg. Zudem wird eine kontinuierliche körperliche Aktivität in Form von zum Beispiel gezieltem Gerätetraining, von Ausdauersportarten und von weichen Bewegungsübungen wie im Yoga, Tai Chi, Qigong und auch Feldenkrais für Rheumatiker nur dank der medikamentösen Verhinderung von Rheumaschüben und einer fortschreitenden Gelenkzerstörung, wie sie uns seit ein paar Jahren zur Verfügung steht, überhaupt erst möglich und kann so in den Vordergrund einer begleitenden nicht-medikamentösen Behandlung gestellt werden."
