04.08.2009
Zu alt für die Reha?
Auch hochbetagte Krebspatienten brauchen eine Anschluss-Heilbehandlung...
Die Hälfte aller Krebskranken ist über 70 Jahre alt. Auch ältere Krebs-Patienten können einer neuen Studie von Angeboten zur Rehabilitation profitieren (DMW 2009, Band 134: Seite 121). Die Untersuchung zeigt: Hochbetagte Krebs-Patienten brauchen eine Rehabilitation, die ihnen hilft, verloren gegangene Lebensqualitäten zurückzugewinnen. Im Zuge der Untersuchung wurde die Lebensqualität von rund 400 älteren Patienten zu Beginn ihres Aufenthaltes und nach 4 Monaten in einer Reha-Klinik mit Hilfe eines Fragebogens verglichen.
Die Antworten zeigten, dass der Reha-Bedarf mit dem Alter ansteigt. Am schlechtesten war die Lebensqualität bei den Über-80-Jährigen: Viele litten unter Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Verstopfung oder Durchfall. Andere waren körperlich geschwächt und emotional angeschlagen. Auch Probleme im Sozialleben waren häufig. Vielen fiel es schwer, in ihr früheres Leben zurückzufinden. Besonders schwer hatten es Patienten, die eine Krebserkrankung an Magen, Darm oder Blase überlebt hatten. Insgesamt war die Lebensqualität deutlich niedriger als bei gesunden Menschen gleichen Alters. Eine Reha-Behandlung kann den Patienten jedoch helfen, wieder an ihr früheres Leben anzuknüpfen: Als die Teilnehmer der Studie den Fragebogen 4 Monate später ein 2. Mal ausfüllten, hatte sich die Lebensqualität in 13 von 18 Bereichen gebessert.
Viele Reha-Kliniken haben sich auf Krebskranke spezialisiert. In einem mehrwöchigen Aufenthalt können sich die Patienten von Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung erholen und neue Kräfte für das weitere Leben sammeln. Dafür bieten die Einrichtungen neben den allgemeinen Reha-Maßnahmen wie Sport, Krankengymnastik oder Ergotherapie auch spezielle Programme für Krebskranke an. Darmkrebs-Patienten erlernen beispielsweise den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang, Magenoperierte erfahren, welche Ernährungsregeln sie beachten müssen.
Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift
