04.07.2012

Zu viel Sport kann dem Herz auch schaden

US-Forscher warnen, dass extremer Ausdauersport strukturelle Veränderungen im Herzen und in den großen Arterien verursachen kann.

Übermäßiges Ausdauertraining kann der Gesundheit auch schaden. Forscher um James H. O'Keefe, Mediziner am Saint Luke Krankenhaus in Kansas City, berichten, dass extremer Ausdauersport strukturelle Veränderungen im Herzen und in den großen Arterien verursachen kann.

Zwar beugen regelmäßige körperliche Aktivitäten vielen Krankheiten vor - wie z.B. der koronaren Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Fettleibigkeit. Es sei aber - wie bei fast allem im Leben - eine Frage der Dosis: Bei zu viel Sport werde das Herz-Kreislauf-System belastet. Das könne bis zu einer erhöhten Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen (atriale und ventrikuläre Arrhythmien) führen. So haben in einer anderen Studie ungefähr zwölf Prozent der scheinbar gesunden Marathonläufer Anzeichen für lückenhaft myokardiale Narben und die koronare Herzkrankheit gezeigt. „Extremes Training ist nicht förderlich für den Herz-Kreislauf", fasst O´Keefe zusammen. Der Mediziner bezieht sich auf extremes Ausdauertraining, das mehrstündig täglich betrieben wird.

Diese Ergebnisse könne man allerdings nicht auf die Allgemeinheit münzen, meint Günther Samitz, Bewegungswissenschafter am Zentrum für Sportwissenschaft der Universität Wien. Denn hartes tägliches Training sei eine Extremsituation, die nur von Berufssportlern erreicht werde. Demgegenüber haben Samitz und Kollegen erst kürzlich in einer Metaanalyse gezeigt, dass intensives Training effektiver ist als ein moderates. Auch die Annahme, dass man nur mit Ausdauersport Fett verbrenne, sei falsch. Denn bei intensivem Training - wie schnellem Laufen - verbrenne man in der Summe natürlich mehr. Insofern plädiert Samitz auch für ein intensives Training: „Wer kann, sollte sich intensiver bewegen als beim moderaten Ausdauertraining." Das moderate Training sei letztendlich nur eine Kompromisslösung für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf intensiven Sport verzichten müssen.

Quelle: pressetext