31.01.2010

Zu viele Medikamente gleichzeitig können gefährlich werden

Wenn sehr viele Medikamente gleichzeitig genommen werden, kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen...

Ältere Menschen, die an mehreren Erkrankungen leiden, nehmen oftmals mehrere Medikamente gleichzeitig ein. „Wenn mehrere Medikamente parallel eingenommen werden, können sich die Arzneimittel jedoch in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben oder sogar gefährliche Wechselwirkungen hervorrufen. Daher sollten Patienten vor dem Beginn einer medikamentösen Behandlung dem Arzt immer mitteilen, welche Medikamente sie bereits verordnet bekommen haben. Außerdem sollten ältere Menschen regelmäßig zusammen mit ihren Arzt klären, welche Medikamente sie tatsächlich benötigen", empfiehlt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI).

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Menschen über 70 Jahren in Deutschland durchschnittlich 6 verschiedene Medikamente zu sich nehmen. Am häufigsten werden Diabetesmedikamente, Lipidsenker und Blutdruckmedikamente verordnet. „Selbst wenn ein Patient für jede einzelne Erkrankung die richtige Medikation erhält, kann sich in der Summe ein ungünstiger Medikamentenmix ergeben. So kann sich ein Schmerzmittel nachteilig auf die Nierenfunktion auswirken, was wiederum den Blutdruck erhöht, der wieder anderweitig behandelt wird, und so weiter", erklärt Dr. Wesiack.

Eine Lösung dieses Problems liegt darin, bei der Behandlung mehrerer Erkrankungen Prioritäten zu setzen. „Dazu sollte der Patient entscheiden, die Behandlung welcher Beschwerden ihm am wichtigsten ist", rät Dr. Wesiack. Im Gegensatz zur Behandlung von Jüngeren stehen bei Älteren gegenwärtige Probleme im Vordergrund. „So sind beispielsweise für den Betroffenen die eventuellen Spätfolgen eines nicht ganz so streng eingestellten Blutzuckers weniger bedeutsam als die Behandlung von Schmerzen, die ihn bei der Bewältigung des Alltags einschränken."

Im Organismus älterer Menschen werden Medikamente wesentlich langsamer verstoffwechselt als bei jüngeren Personen. „Dies kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Arzneimitteln sowie die Wechselwirkung unterschiedlicher Substanzen verstärken. Insbesondere bei Menschen, die sich nicht mehr so gut um sich selbst kümmern können, wie zum Beispiel Menschen in Pflegeheimen, besteht die Gefahr, dass sie über Jahre hinweg eine für sie ungünstige Kombination von Medikamenten einnehmen. In diesem Fall sollten Angehörige veranlassen, dass ein Arzt die Medikation des Patienten regelmäßig überprüft", empfiehlt der BDI-Experte.