10.02.2008
Zuviel Lakritze kann Schwächeanfälle auslösen
Wer regelmäßig mehr als 6 Lakritzschnecken pro Tag isst, kann Kreislaufprobleme bekommen. Menschen mit Herzproblemen sollten deshalb lieber auf Lakritze verzichten...
Große Mengen Lakritze können den Mineralstoffhaushalt des Körpers durcheinander bringen und zu Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen führen. Auch Flüssigkeitseinlagerungen ins Gewebe, Schwächeanfälle und kurzzeitige Lähmungserscheinungen können auftreten. „Bereits 100 Gramm Lakritze, das entspricht 6 bis 8 Lakritzschnecken täglich, können die Symptome hervorrufen", warnt Dr. Gerd Guido Hofmann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Bluthochdruck, erhöhte Natrium- und niedrige Kaliumspiegel im Blut sind typische Merkmale für einen übermäßigen Lakritz-Genuss. Denn Lakritze enthält das so genannte Glyzyrrhizin, das die Hormonproduktion in der Nebenniere verändert, so dass mehr Kortisol gebildet wird. Dies führt zu einem Abfall der Kaliumwerte im Blut und einem Anstieg des Blutdrucks. Außerdem scheidet der Körper weniger Flüssigkeit aus, die dann im Gewebe eingelagert wird und zu dieses anschwellen lässt.
Bestandteil der Süßholzwurzel kann unerwünschte Wirkung entfalten
„Besonders Menschen mit hohem Blutdruck oder Herzschwäche sollten deshalb auf Lakritze lieber verzichten", rät Dr. Hofmann. Allerdings seien die schädlichen Bestandteile nur in echter Lakritze enthalten, die Bestandteile von Wurzeln des Süßholz-Strauchs enthielten. Viele der gängigen Süßigkeiten enthielten jedoch gar keine oder nur wenig echte Lakritze.
Neben ihrer Verwendung als Grundstoff für Lakritze werden Süßholzwurzeln auch als Heilmittel eingesetzt. Ihnen wird entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung nachgesagt. Süßholz-Präparate werden deshalb gegen Husten, Halsschmerzen und Magenproblemen angewendet. „Auch bei dieser Art der Anwendung kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen", so Dr. Hofmann. Die Präparate sollten deshalb nicht länger als 4 bis 6 Wochen eingenommen werden. Ihr Nutzen sei zudem nicht nachgewiesen.
