25.01.2011

Zwei Ergänzungsmittel gegen Arthrose anscheinend unwirksam

Bei einer Arthrose der Hüft- oder Kniegelenke vermag offenbar weder Chondroitin noch Glucosamin eine Linderung der Schmerzen oder Widerherstellung des Knorpels herbeizuführen.

Zur Behandlung einer Gelenkverschleißerkrankung (Arthrose oder Osteoarthrose) stehen bislang keine krankheitsmodifizierenden Medikamente zur Verfügung, um die fortschreitende Zerstörung von Knorpel- und Knochengewebe aufzuhalten. Neben einer auf Beschwerden abzielenden (symptomatischen), schmerzlindernden Therapie werden im Verlauf der Krankheit oft operative Verfahren oder eine Knochentransplantation erforderlich. Ein Versuch, diese therapeutische Lücke zu schließen, besteht zuweilen darin, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel anzubieten: So genannte Chondroprotektiva wie Chondroitin und Glucosamin, die der menschliche Körper als natürliche Bausteine verwenden kann, sollen den Knorpelaufbau fördern und die Widerstandsfähigkeit des Knorpels stärken. Allerdings herrschte schon immer Zweifel darüber, ob diese beiden Substanzen, die in Form von Tabletten eingenommen werden, die betroffenen Gelenke tatsächlich auch erreichen und dort eine deutliche Regeneration des geschädigten Knorpelgewebes bewirken können. Bisherige Studien lieferten dazu nur widersprüchliche Ergebnisse.

Jetzt haben Schweizer Forscher von der Universität in Bern eine umfangreiche Meta-Analyse durchgeführt (siehe British Medical Journal 2010, Band 341, Seite c4675), in der ausschließlich diejenigen bisherigen Studien berücksichtigt wurden, die den strengen Qualitätsansprüchen der Wissenschaftler (hinsichtlich Verblindung, Randomisierung, Datenauswertung) entsprachen. Insgesamt konnten so die Daten von 3.803 Patienten mit einer Arthrose der Hüft- oder Kniegelenke ausgewertet werden. Dabei stellte sich heraus, dass weder Chondroitin noch Glucosamin noch deren Kombination eine deutliche Linderung der Schmerzen oder eine messbare Widerherstellung des Knorpels herbeiführen konnte.