Was ist Chikungunya?

Das Chikungunya-Fieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Die Krankheit verursacht hohes Fieber und Gelenkschmerzen, die bei einem Teil der Patienten auch nach Abklingen der akuten Erkrankung noch über Monate anhalten können. Ansonsten verläuft die Krankheit meist ohne schwere Komplikationen. Eine spezifische Therapie und eine Impfung gibt es derzeit noch nicht. Der beste Schutz vor der Infektion ist, nicht von Mücken gestochen zu werden.

Das Chikungunya-Virus wurde im Jahre 1953 in Tansania und Uganda entdeckt. Der Name „Chikungunya" bedeutet in der Sprache der Makonde im Südosten Tansanias „der gekrümmt Gehende" und bezieht sich auf die oft schweren Muskel- und Gelenkschmerzen. Das Virus kommt vor allem in Afrika, auf dem indischen Subkontinent und in Südostasien vor. Seit 2005 breitete sich über die Inseln des Indischen Ozeans wie Réunion, Mauritius, den Seychellen oder Madagaskar die bisher größte Epidemie des Chikungunya-Fiebers nach Indien und Südostasien aus. Diese erfasste 2013 erstmals auch Lateinamerika und führte bislang zu mehreren Millionen Erkrankungen. Viele Touristen aus Europa erkrankten ebenfalls an Chikungunya-Fieber: Sie hatten die Krankheit von ihrer Reise mitgebracht.

Im Sommer 2007 wurde erstmals über einen Ausbruch in Europa berichtet. In der norditalienischen Provinz Emilia-Romagna wurden 247 Fälle von Chikungunya-Fieber gemeldet. Bei 217 Patienten konnte die Infektion durch Laboruntersuchungen bestätigt werden. In den letzten Jahren sind weitere vor Ort erworbene Einzelfälle und Kleinausbrüche in Europa (Italien, Südfrankreich, Spanien) beobachtet worden. Die Übertragung erfolgte durch die in einigen Regionen von Südeuropa mittlerweile verbreitet vorkommende asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die in den Sommermonaten vereinzelt auch schon in Deutschland gefunden wurde.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

Letzte Aktualisierung: 25.10.2018

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