Morbus Crohn: Prognose, Vorsorge & Tipps

Prognose & Verlauf

Ein Morbus Crohn ist nicht heilbar. Wird die Erkrankung richtig behandelt, haben die Patienten jedoch eine normale Lebenserwartung.

Morbus Crohn verläuft in Schüben: Phasen ohne Entzündung und ohne Beschwerden wechseln dabei mit mehr oder weniger starken Schüben und entsprechenden Beschwerden ab. Der Krankheitsverlauf ist von Patient zu Patient unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden. 30% der Patienten erleiden innerhalb eines Jahres nach einer Krankheitsphase einen erneuten Entzündungsschub.

Häufig sind die Komplikationen der Erkrankung Grund für eine Operation: 70% der Patienten müssen innerhalb von 15 Jahren nach der Diagnose operiert werden.

Vorsorge & Schutz

Ein Morbus Crohn kann immer wieder auftreten. Meist spürt der Patient selbst, dass sich wieder ein Entzündungsschub anbahnt: Er bekommt Bauchschmerzen und Durchfälle, er hat Fieber oder erhöhte Temperatur. Er sollte dann schnellstmöglich seinen Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologe) aufsuchen. Dieser wird die notwendigen Untersuchungen durchführen bzw. anordnen. Patienten mit einem Morbus Crohn sollten jedoch auch in beschwerdefreien Phasen regelmäßig ihre Blutwerte kontrollieren und Untersuchungen durchführen lassen, damit der Arzt einen Schub oder etwaige Komplikationen möglichst rasch erkennen kann.

Damit die Krankheit nach einem ausgeprägten Entzündungsschub nicht frühzeitig wieder auftritt, sollten die Patienten längere Zeit Immunsuppressiva (Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat) einnehmen. Bei erfolgreich mit Anti-TNF-alpha-Antikörpern behandelten Patienten wird diese Therapie in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Tipps für Morbus Crohn-Patienten

Eine Behandlung kann die Beschwerden bei Morbus Crohn erheblich lindern und den Entzündungsprozess bremsen. Gehen Sie deshalb frühzeitig zum Arzt, wenn Sie spüren, dass sich ein neuer Krankheitsschub ankündigt. Aber auch in beschwerdefreien Phasen sollten Sie regelmäßig ihre Blutwerte kontrollieren und Untersuchungen durchführen lassen, damit der Arzt einen Schub oder etwaige Komplikationen möglichst rasch erkennen kann.

Da der Morbus Crohn Darmabschnitte befallen kann, in denen wichtige Nahrungsbestandteile aufgenommen werden, sollten Sie sich besonders nährstoffreich ernähren. Vitamine und Spurenelement tragen dazu bei, Mangelerscheinungen zu verhindern.

Eine chronische Krankheit wie Morbus Crohn kann das tägliche Leben durch die vielen Durchfälle, Komplikationen und Krankenhausaufenthalte stark einschränken. Eine Psycho- oder Gesprächstherapie bei einem Psychotherapeuten oder Entspannungsübungen können Patienten helfen, mit der Erkrankung besser zurechtzukommen und die Schmerzen zu verringern.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
S3-Leitlinie der DGVS „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ (2014): https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/morbus-crohn/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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