Lyme-Borreliose
Wichtige Hinweise
Eine in der Haut sitzende Zecke sollte weder mit Öl noch mit Klebstoff oder Alkohol behandelt werden. 80% der durch Zecken verursachten Infektionen erfolgen durch derartige Vorbehandlungen und Quetschungen. Achten Sie besonders auf die kleinen Larven und Nymphen. Diese sind sehr klein, hellbraun und können leicht übersehen werden, da sie fast wie ein Leberfleck aussehen. Larven und Nymphen sind etwa so groß wie der Kopf einer Stahlstecknadel.
Eine Zecke sollte möglichst nur am Kopf und mit einer spitzen, L-förmig gebogenen Pinzette gefasst und herausgezogen werden. Wegen der Größenverhältnisse erfordert dies bei Larven und Nymphen allerdings fast mikrochirurgisches Gerät und ist mit den üblich zu erwerbenden Geräten kaum zu leisten. Die so genannten Zeckenzangen aus Kunststoff sind in der Regel zu grob und zerquetschen daher Larven und Nymphen, was die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht. Verbleibt das Stichorgan der Zecke in der Haut, so hat dies keinen Einfluss auf eine Borrelien-Infektion. Die Stichstelle sollte mit einem Desinfektionsmittel oder hochprozentigem Alkohol gesäubert werden. Die Desinfektion verhindert jedoch keine Borrelien-Infektion.
An Borreliose erkrankte Menschen sind nicht ansteckend für ihre Umgebung! Die Ansteckung erfolgt über die Zecken, eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beobachtet. Die Isolierung erkrankter Personen ist daher nicht erforderlich.
April bis Oktober ist Zeckensaison! Bitte informieren Sie sich auch zum Thema Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), da auch diese Krankheit von Zecken übertragen wird. FSME ist zwar allgemein seltener als Borreliose, es gibt aber regelrechte Risikogebiete, vor allem im Süden Deutschlands, in Österreich und weiten Teilen Osteuropas.


