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Fuchsbandwurm

Ansteckung & Risikofaktoren


Eine Echinokokkose wird durch parasitäre Bandwürmer hervorgerufen. Der erwachsene Fuchsbandwurm ist etwa 2 bis 4 Millimeter lang. Sein Körper besteht aus 4-5 Gliedern  (Proglottiden) und besitzt eine sackförmige Gebärmutter mit rund 200 Eiern.

Er wird ausschließlich durch direkten Kontakt mit ausgeschiedenen Wurmeiern übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist dagegen nicht möglich. Ein Mensch mit einer Fuchsbandwurm-Infektion stellt also keine Gefahr für seine Mitmenschen dar.

Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, weisen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auf. Auch Hundehalter sind stärker gefährdet. Bislang gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr erhöht.

 

Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms

Häkchenkranz eines Fuchsbandwurm-Protoskolex  
Bild: Häkchenkranz rund um die
Mundöffnung (aus der Finne einer
Mäuseleber, Quelle: Prof. Thomas
Löscher, Tropeninstitut München).
Wie die meisten Darmparasiten durchläuft auch der Fuchsbandwurm einen komplizierten Fortpflanzungszyklus mit verschiedenen Entwicklungsstadien und einem Wirtswechsel. Im fortpflanzungsfähigen Stadium leben Fuchsbandwürmer meist im Darm von Füchsen. Füchse sind die so genannten „Endwirte" des Fuchsbandwurms. Neben Füchsen kann sich der Fuchsbandwurm gelegentlich auch in Hund, Katze, Marder oder Dachs entwickeln. Im Darm der Endwirte bilden die erwachsenen Würmer winzige Eier, die über den Kot ausgeschieden werden. Diese sind recht umweltresistent und haben einen Durchmesser von lediglich 0,03 Millimetern und sind damit mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Kleinnager wie Feldmäuse, Wühlmäuse oder Bisamratten nehmen dann die Eier auf. Sie sind die Zwischenwirte. Aus dem Ei schlüpft in ihrem Darm eine Larve. Sie dringt durch die Dünndarmwand und gelangt mit dem Pfortaderblut in die Leber oder selten auch in andere Organe wie Lunge oder Zwerchfell. Hier entwickelt sie sich zu einem Zwischenwirtsstadium, der so genannten Finne. Diese bildet ein schwammartiges Gewebe mit vielen kleinen Bläschen, die mit einer gallertartigen Flüssigkeit gefüllt sind und zahlreiche  Bandwurmkopfanlagen enthalten. Das Finnengewebe durchwächst die Leber wie ein Tumor und kann mehrere Zentimeter gross werden. Frisst ein Fuchs ein infiziertes Nagetier, gelangen die Bandwurmkopfanlagen in den Fuchsdarm, wo sie wieder zu erwachsenen Bandwürmern heranwachsen. Damit schließt sich der Lebenszyklus.

Der Mensch ist dagegen ein Fehlwirt oder Blindwirt: In seinem Körper „endet" die Infektion, da das Finnengewebe beim Menschen fast nie Bandwurmkopfanlagen ausbildet und da die Finnen aus dem Menschen in der Regel nicht in den Körper von Füchsen gelangen können. Der Mensch kann sich jedoch wie die Nagetiere als Zwischenwirt infizieren, wenn infektiöse Eier verschluckt werden und die Larven in die Leber oder andere Organe gelangen, wo sie sich zu Finnen entwickeln.

 

Übertragung von Bandwurmeiern

 
Bild: pixelio
Die genauen Übertragungswege von Fuchsbandwurmeiern auf den Menschen sind noch nicht im Detail bekannt. Eine Möglichkeit ist Kontakt mit dem Fell von Füchsen, Hunden oder Katzen, in dem die Eier des Fuchsbandwurmes haften. Ein weiterer Übertragungsweg könnten Erde oder Pflanzen sein, die mit dem Kot infizierter Füchse verunreinigt sind. Über Hände und andere Hautstellen könnten die Eier dann in den Mund und den Darm gelangen. Auch auf Früchten wie bodennahen Wildbeeren, Gemüse oder Fallobst, die mit dem Kot der Tiere in Berührung gekommen sind, oder in kontaminiertem Wasser könnten Fuchsbandwurm-Eier vorkommen. Allerdings ist bislang nicht eindeutig belegt, dass sich Menschen wirklich durch Nahrungsmittel oder Wasser infizieren können. Bei Landwirten wird auch das Einatmen und Verschlucken von Staub diskutiert (z.B. beim Mähdreschen), der infektiöse Eier enthalten könnte. 

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