12.07.2009
Alltägliche Verletzungen können häufig selbst versorgt werden
Die meisten Schürf- und Schnittwunden kann man mit relativ einfachen Mitteln selbst versorgen...
Gerade bei sportlichen Aktivitäten in der warmen Jahreszeit kommt es häufiger zu Blessuren und Verletzungen. „Bei Stürzen auf rauem Untergrund entstehen Schürfwunden, bei denen die obersten Hautschichten und oftmals auch Blutgefäße großflächig verletzt werden. Wichtig ist es, die Wunde zu reinigen, um zu verhindern, dass Bakterien in das Gewebe eindringen", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). „Wenn die Verschmutzung nur oberflächlich ist, können Fremdkörper mit einer Pinzette vorsichtig entfernt werden. Tiefer sitzende Fremdkörper sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt beseitigen." Anschließend muss die Wunde gründlich gereinigt werden, am besten mit einem Desinfektionsmittel. Im Notfall kann aber auch sauberes Leitungswasser verwendet werden. „Danach sollte man die Wunde mit einem Wund- oder Feuchtpflaster oder einer Wundkompresse mit Mullbinde abdecken. Bei nässenden Wunden verhindern atmungsaktive Sprühverbände oder sterile Salbenkompressen ein Verkleben", empfiehlt Dr. Wesiack.
Bei einer Schnittwunde wird das Gewebe glatt durchtrennt, wodurch die Gefäße lange offen bleiben. Daher bluten Schnitte stärker als andere Wunden. „Das Bluten sorgt für eine Reinigung des verletzten Gewebes, weshalb man die Wunde kurz bluten lassen sollte. Im Anschluss sollten die Wundränder aneinander gedrückt und das Pflaster quer zum Schnitt geklebt werden", erklärt Dr. Wesiack. Bei etwas stärker blutenden Schnittwunden ist ein Druckverband zu empfehlen. Dazu wird eine sterile Wundauflage auf der betroffenen Stelle fixiert. Darüber wird ein Verbandpäckchen gelegt und mit einer weiteren Binde befestigt. „Wenn jedoch nach Anlegen eines Druckverbandes der Blutfluss nach 5 Minuten nicht aufhört, muss die Wunde vom Arzt versorgt werden, da die Gefahr besteht, dass ein größeres Gefäß verletzt wurde. Darüber hinaus sind Taubheit oder eingeschränkte Bewegungsfreiheit Alarmzeichen für eine mögliche Verletzung von Nerven oder Sehnen."
Platzwunden zählen zu den häufigsten Verletzungen. Verursacht werden sie durch die Einwirkung stumpfer Gewalt auf Gewebe nahe am Knochen, wo Muskulatur oder Fettgewebe als Stoßdämpfer fehlen, wie beispielsweise am Kopf oder am Schienbein. „Als Erste Hilfe ist es ausreichend, eine Kompresse mit einer Binde zu fixieren. Um die Wundheilung zu verbessern und eine Narbenbildung zu verhindern, ist es bei Platzwunden oftmals ratsam, dass ein Arzt die Wundränder ausschneidet und die Wunde anschließend vernäht", erläutert Dr. Wesiack.
Da bei jeder Verletzung Krankheitserreger in den Körper eindringen können, sollte die Wunde aufmerksam beobachtet werden. „Schwellungen, Rötungen, starke Erwärmung sowie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen benachbarter Gelenke deuten auf eine Entzündung hin. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei Rötungen, die sich von der Wunde ausbreiten, kann es sich um eine Entzündung der Lymphgefäße handelt, die zu einer Blutvergiftung führen kann. Bei diesen Anzeichen ist eine sofortige medizinische Versorgung notwendig", warnt Dr. Wesiack.
