27.10.2013
Auch Herzpatienten profitieren von intensivem Sporttraining
Auch Herzpatienten, die Sport treiben, dürfen beim Training zum Schwitzen kommen - das hat einen größeren Trainingseffekt und damit wertvollere Auswirkungen auf ihre gesundheitliche Verfassung.
Sportlich aktive Herzpatienten sollten beim Sport ruhig auch zum Schwitzen kommen. Denn ein intensiviertes Training hat einen weitaus größeren Trainingseffekt und damit wertvollere Auswirkungen auf die gesundheitliche Verfassung als ein gemäßigtes. „Dieser Effekt lässt sich mit einem Intervalltraining gut erzielen, bei dem zeitweise 85 bis 95 Prozent der maximalen Herzfrequenz erreicht werden, indem zum Beispiel auf vier Minuten Laufen mit hoher Intensität drei Minuten Laufen mit gemäßigter Intensität folgen und diese Abfolge dann viermal wiederholt wird", erläutert Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und
Angiologie in Kirchheim. „Wer die 90 Prozent-Hürde beim Training in gezielten Dosen überschreitet, anstatt im gemäßigten Herzfrequenzbereich zu bleiben, vermag seinen Trainingseffekt solcher Maßen zu steigern, dass er sich die eine oder andere Trainingseinheit sogar sparen kann. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Norwegen (siehe Journal of Science and Medicine in Sport,Online-Veröffentlichung am 12.8.2013) mit Patienten, die unter Koronarer Herzkrankheit (KHK)
leiden. Freilich ist für Herzpatienten, die sportlich weniger aktiv sind, moderate Bewegung auch schon empfehlenswert, zumal regelmäßige körperliche Aktivität nachweislich auch vor Schlaganfall schützt und gegen Bluthochdruck vorbeugt. Wer aber kann, sollte sein Sporttraining schrittweise intensivieren, weil der Trainingseffekt dann umso größer ist. Nur wenn man ins Schwitzen kommt, ist die Belastung intensiv genug, um auch die Blutzirkulation, die Geschmeidigkeit der Blutgefäße und die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern. Natürlich sollte zuvor bei einem Belastungstest ausgeschlossen werden, dass aktuell gravierende Durchblutungsstörungen vorliegen. Erst dann wird der behandelnde Arzt dem sportlich ambitionierten Patenten sein Einverständnis für ein intensiveres Training geben", betont Smetak.
Nitrospray-Prophylaxe kann angstfreies und sicheres Training unterstützen
Bei Patienten mit stabiler Angina pectoris kann es bei Belastung aufgrund einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Herzens zu Schmerzen in der Brust kommen. Um dennoch angstfrei und sicher trainieren zu können, kann eine Nitrospray-Prophylaxe eine gute Option bieten. „Akut-Nitrate führen zu einer kurzfristigen Gefäßerweiterung, beugen so akuten Schmerzen im Brustbereich beim Training vor und können damit entscheidend dazu beitragen, die persönliche Fitness zu steigern", erklärt Smetak. „Dazu nimmt der Patient vor der körperlichen Belastung zwei Hübe eines Nitrosprays und während des Trainings nochmals einen Hub. Auf diese Weise kann er seine Leistungsfähigkeit
steigern und somit langfristig auch seine Lebensqualität verbessern. Bei starkem Bluthochdruck oder der Einnahme bestimmter Medikamente ist von dieser Art der Prophylaxe allerdings abzuraten."
Quelle: äin-red
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