08.09.2015

Auslieferung der Grippe-Impfstoffe hat begonnen

Die diesjährige Grippe-Impfsaison hat mit der Auslieferung der ersten Grippeimpfstoffe begonnen. In der Grippesaison 2013/2014 gab es Schätzungen nach nur 780.000 Influenza bedingte Arztbesuche.

In Deutschland hat die diesjährige Grippeimpfsaison begonnen. Nach Angaben des für die Zulassung von Grippe-Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen sind bis Mitte August rund 13,5 Millionen Grippe-Impfstoffdosen für die Saison 2015/2016 freigegeben worden. Einige Impfstoff-Hersteller haben bereits mit der Auslieferung der Impfstoffe an Apotheken und den Großhandel begonnen.

In der Grippesaison 2013/2014 gab es nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 780.000 Influenza bedingte Arztbesuche. Diese Zahl ist ungewöhnlich niedrig, da die saisonale Grippewelle jedes Jahr in der Regel zu Millionen Arztbesuchen und Tausenden Todesfällen führt. So wurde vom RKI die Zahl der Influenza bedingten Arztbesuche für die Saison 2012/2013 mit rund 7,7 Millionen angegeben. Die Krankschreibungen wegen einer Influenza für Personen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren lagen laut RKI bei rund 3,4 Millionen. Zudem mussten Tausende Influenza-Patienten zur Behandlung in eine Klinik eingewiesen werden. Für die letztjährige Grippesaison hat das RKI noch keine Zahlen veröffentlicht.

Jedes Jahr werden die Grippe-Impfstoffe an die aktuell zirkulierenden Influenza-Viren angepasst, um einen optimalen Impfschutz zu erzielen. Im Vergleich zur vergangenen Impfsaison hat sich die Zusammensetzung der Impfstoffe für die Saison 2015/2016 verändert. Entsprechend den Empfehlungen der Europäischen Medizinagentur EMA (European Medicines Agency), die auf den Erkenntnissen der weltweiten Influenzaüberwachung der WHO basiert, wurde die Stammzusammensetzung beim H3N2-Virusstamm und beim B-Virusstamm verändert. Neben der Anpassung des Impfstoffes an die erwartete Virenzirkulation sollte auch berücksichtigt werden, dass die Impfwirkung mit der Zeit nachlässt. Ein wirksamer Impfschutz ist daher nur gegeben, wenn die Grippeimpfung jedes Jahr neu vorgenommen wird.

Der optimale Zeitraum für die Impfung ist von September bis November, da die ersten Grippefälle bereits im Dezember auftreten können und es nach der Impfung 10 bis 14 Tage dauert, bis das Immunsystem einen wirksamen Schutz gegen die Influenza aufgebaut hat. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grippeschutzimpfung allen Personen mit einem erhöhten Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko. Zu diesem Personenkreis gehören insbesondere Ältere ab 60 Jahren, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma, Schwangere, medizinisches Personal und alle Betreuer von Risikopatienten. Grundsätzlich ist der Grippeschutz für all diejenigen ratsam, die sich wirksam vor der Influenza schützen möchten.

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Robert Koch-Institut (RKI), European Medicines Agency (EMA)