31.08.2014

Bei älteren Rheuma-Patienten ist die Nierenfunktion verstärkt zu beachten

Gerade bei älteren Rheumapatienten muss bei der medikamentösen Therapie auf die im Alter nachlassende Funktion der Nieren geachtet werden. Darauf weisen die Rheumatologen des BDRh hin. 

Bei der Behandlung von älteren Rheumatikern ist es besonders wichtig, die Nierenfunktion der Patienten im Auge zu behalten und mögliche pharmakologische Wechselwirkungen bei der medikamentösen Therapie zu berücksichtigen. Darauf weisen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin. „Die Pharmakotherapie muss immer individuell angepasst werden an die jeweiligen Erfordernisse des Patienten, wie z.B. im Hinblick auf zusätzlich einzunehmende Medikamente aufgrund von Begleiterkrankungen oder Schmerzen und - gerade bei älteren Menschen - auf die Nierenfunktion des Patienten ", erläutert Frau Dr. Zinke, Vorstandsmitglied des BDRh und praktizierende Rheumatologin in Berlin. „Grundsätzlich sollte der Patient alle Arzneimittel, die er derzeit einnimmt, genau aufschreiben, damit der Arzt die geplante Medikation entsprechend anpassen kann, und Medikamente, die möglicherweise nicht mehr erforderlich sind, abgesetzt werden können. Dabei sollten die Patienten wirklich alle Medikamente angeben, auch nicht verschreibungspflichtige! Notfalls muss der Arzt nochmal gezielt nachfragen. Dadurch lässt sich die Gefahr unerwünschter Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten schon einmal deutlich verringern. Dabei ist gerade bei älteren Patienten auch zu berücksichtigen, dass die Nierenfunktion im Alter abnimmt. Das ist eine ganz normale Alterserscheinung und bedeutet, dass Medikamente langsamer verstoffwechselt und ausgeschieden werden, so dass sie sich eher im Körper anhäufen können. Daher kann es bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder vorgeschädigten Nieren schnell zu Organschädigungen kommen, die nicht mehr umkehrbar sind und die es zu vermeiden gilt. Deshalb ist es sehr wichtig, die Nierenfunktion des Patienten - anhand der glomulären Filtrationsrate - zu messen und die Dosierung der einzunehmenden Medikamente entsprechend anzupassen. Meist beginnt man mit einer sehr geringen Anfangsdosis, die sich dann bei guter Verträglichkeit langsam und vorsichtig steigern lässt, bis die niedrigste effektive Dosis erreicht ist - man spricht auch von einschleichen."

Zwei Unterformen des entzündlichen Rheumas, die im Alter häufig sind

Ältere Menschen machen einen Großteil der Patienten in Rheumapraxen aus. „Es gibt zwei Unterformen des entzündlichen Rheumas, die gerade im Alter häufig auftreten", berichtet Frau Dr. Zinke. „Das ist zum einen die Polymyalgia rheumatica, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zu Schmerzen und Schwäche der Muskulatur, vor allem des Schulter- und des Beckengürtels führt, und von der etwa ein Prozent der älteren Bevölkerung ab 65 Jahren irgendwann betroffen ist. Und zum anderen die Late-onset Rheumatoide Arthritis (LORA), ein entzündliches Gelenkrheuma im Alter. Beide Erkrankungen sind grundsätzlich gut behandelbar, wenn sie so bald wie möglich und richtig therapiert werden und man dabei die individuelle Nierenfunktion der Patienten im Auge behält", betont Frau Dr. Zinke.

Quelle: äin-red

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