Polymyalgia rheumatica: Was ist das?

Die Polymyalgia rheumatica (PMR), im Volksmund auch entzündliches Weichteilrheuma genannt, ist eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet, weshalb man auch von einer Autoimmunerkrankung spricht.

Das Immunsystem unterteilt sich in eine unspezifisch angeborene und eine spezifisch erworbene Abwehr. Sowohl die unspezifische als auch die spezifische Abwehr beinhalten zelluläre Bestandteile (z. B. weiße Blutkörperchen) und humorale (z. B. Antikörper). Bei der PMR kommt es zu einer vermehrten Aktivierung zellulärer Bestandteile der unspezifischen Immunabwehr (Makrophagen) und spezifischen Abwehr (T-Zellen). Das führt zu entzündlichen Veränderungen an Schulter- und Hüftgelenken sowie der benachbarten Weichteilstrukturen (Schleimbeutel). Dies ist mit einem schweren, allgemeinen Krankheitsgefühl, ausgeprägter Morgensteifigkeit, muskelkaterartigen Schmerzen und Schwäche der Nacken-Schulter- sowie Becken-Oberschenkelmuskulatur verbunden.

Der Begriff „Polymyalgia rheumatica“ leitet sich auch vom eben beschriebenen Beschwerdebild her: aus dem Griechischen übersetzt bedeutet poly „viele“ und myalgia „Muskelschmerz“. Die PMR wurde erstmals 1888 von dem schottischen Arzt William Bruce als senile rheumatic gout (senile rheumatische Gicht) bezeichnet. Der heutzutage anerkannte Begriff „Polymyalgia rheumatica“ wurde hingegen erst deutlich später, nämlich im Jahr 1957, durch den britischen Arzt Stuart Barber eingeführt.


Autor/Autoren: Ausarbeitung: Dr. Martin Welcker & Dr. Florian Popp, Planegg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

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