02.05.2010
Bei Krampfadern frühzeitig zum Arzt und viel bewegen
Bereits beim ersten Auftreten von Krampfadern sollte man sich mit einem Arzt besprechen und sich möglichst viel bewegen, um ein Fortschreiten der Krampfadern möglichst zu verhindern...
Wenn sich Krampfadern, so genannte Varizen, bilden, betrachten viele Menschen dies zunächst als optisches Problem und nicht als eine Erkrankung. „Um ein Fortschreiten der Krampfadern zu vermeiden und Komplikationen zu vermeiden, sollte jedoch frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden", rät Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). In einem frühen Stadium kann oftmals durch einfache Maßnahmen einer Verschlimmerung des Krampfader-Leidens entgegengewirkt werden. „Häufiges Sitzen und Stehen wirken sich nachteilig auf die Venen aus. Durch einfaches Fußwippen zwischendurch kann man aber die Wadenmuskulatur bereits sehr gut anregen und den Rückfluss des Blutes unterstützen. Außerdem sollte man beim Sitzen so oft wie möglich die Beine hochlegen", empfiehlt Dr. Wesiack. „Mit Pflanzenextrakten aus der Rosskastanie oder dem Weinlaub kann der Rückfluss des Blutes aus den Venen zusätzlich unterstützt werden."
Regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit der Venen. „Besonders Menschen mit stehenden oder sitzenden Berufen sollten sich in der Freizeit unbedingt einen Ausgleich etwa durch Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking verschaffen. Sportarten mit abrupten Stopp-Bewegungen wie Tennis oder Badminton sowie Kraftsport belasten das Venensystem jedoch", erklärt Dr. Wesiack. Wechselduschen und Kaltwasseranwendungen verbessern die Blutzirkulation. Personen, die zu Krampfadern neigen, sollten zudem beengende Kleidung vermeiden. „Socken und Strümpfe sollten die Beine nicht einschnüren, Hosen im Schritt- und Leistenbereich nicht zu eng geschnitten sein", rät der BDI-Experte. „Auch hohe Absätze behindern die Arbeit der Venen. Daher sollte man lieber flache bequeme Schuhe tragen. Am besten für die Muskulatur und damit für die Venen ist es, barfuß zu laufen."
Meist sind Krampfadern schon längere Zeit sichtbar, bevor die ersten Beschwerden auftreten. „Die ersten Symptome sind ein Schwere-, Müdigkeits- oder Spannungsgefühl in den Beinen, das beim Hochlegen der Beine oder Bewegung nachlässt. Bei warmem Wetter sind die Beeinträchtigungen größer. Das gleiche gilt bei Frauen vor Beginn der Menstruation", erklärt Dr. Wesiack. Im Frühstadium der Erkrankung kommt es häufig zu nächtlichen Fuß- der Wadenkrämpfen.
In 90% der Fälle sind Kampfadern an den Beinen zu finden, grundsätzlich können sich aber in nahezu allen Körperregionen Varizen entwickeln. „Bei der großen Mehrzahl der Betroffenen liegt die Ursache für die Entstehung von Krampfadern in einer angeborenen oder altersbedingten Schwäche der Venenwände oder Venenklappen", erläutert Dr. Wesiack. „Das Blut staut sich daraufhin in den Venen und dehnt sie dauerhaft."
Krampfader-Leiden gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Etwa 25 -50% der Bevölkerung ist von einer leichten Form betroffen, bei 5 bis 15% ist die Erkrankung bereits fortgeschritten. Frauen haben 3-mal häufiger Krampfadern als Männer.
Mehr zu Krampfadern in unserer Rubrik: Krankheiten A-Z
