20.09.2009

Bei Schmerzen und Kältegefühl in den Beinen möglichst rasch zum Arzt

Schmerzen in den Beinen beim Gehen, häufig verbunden mit einem Kältegefühl sind Hinweise für eine arterielle Verschlusserkrankung...

Schmerzen in den Beinen, oftmals verbunden mit einem kalten Fuß oder Bein sind typische Anzeichen einer arteriellen Verschlusskrankheit. „Der Schmerz tritt meistens beim Gehen, insbesondere beim Bergaufgehen, auf und verschwindet oder lässt stark nach, wenn die Betroffenen stehen bleiben. Da sich bei einer arteriellen Verschlusserkrankung oftmals erst dann Symptome zeigen, wenn die Verengung der Blutgefäße schon relativ weit fortgeschritten ist, sollte man möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen, damit der Erkrankung medikamentös entgegengewirkt werden kann und somit eine Operation vermieden wird", rät Dr. Wolfgang Wesiack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Da Betroffene beim Gehen öfters anhalten müssen, bis die Schmerzen abgeklungen sind, und dies aus Scham oder zur Ablenkung bevorzugt vor Schaufenstern tun, ist die Bezeichnung Schaufensterkrankheit entstanden. „In einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium kommt es auch zu Schmerzen im Ruhezustand, Missempfindungen in den Beinen, Veränderungen der Haut aufgrund der schlechteren Blutversorgung, sowie einer blassen Hautfarbe bei Hochlagerung der Beine und einer blauroten Färbung der Haut bei Tieflagerung der Beine", erklärt Dr. Wesiack.

Verursacht wird eine arterielle Verschlusskrankheit meist durch Ablagerungen in den Blutgefäßen, einer so genannten Arteriosklerose, die den Blutstrom einschränkt. „Die häufigsten Auslöser einer Arteriosklerose sind Diabetes, hoher Blutdruck, Rauchen sowie Störungen des Fettstoffwechsels und genetische Faktoren", erläutert Dr. Wesiack.

Die Behandlung der Erkrankung beginnt damit, Risikofaktoren auszuschalten. So sollte zum Beispiel auf Nikotin verzichtet werden. Bei Diabetikern muss auf den Blutzuckerspiegel geachtet werden. Gegebenenfalls sollten auch der Blutdruck sowie der Cholesterinspiegel medikamentös eingestellt werden. „Patienten, bei denen die Beschwerden bislang lediglich beim Gehen auftreten, können die Durchblutung der Beine durch Gehtraining und bestimmte Rollübungen des Fußes verbessern. Medikamente zur Herabsetzung der Blutgerinnung unterstützen den Abbau von Ablagerungen in den Blutgefäßen. Auch Ausdauersport ist eine wirksame Methode einer Ausweitung des Krankheitsbildes entgegenzuwirken", empfiehlt Dr. Wesiack. „Bei einem fortgeschrittenen arteriellen Verschluss ist meist eine Operation erforderlich, um die Blutversorgung der Extremitäten wieder herzustellen."