10.06.2020

COVID-19: Versorgung onkologischer Patienten sicherstellen

Trotz der sich schnell ausbreitenden SARS-CoV-2-Pandemie, die das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellt, darf die Versorgung von Krebspatienten nicht vernachlässigt werden.

Aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie ist eine zunehmende Zahl von Patienten mit Krebserkrankungen besorgt, ob ihre Behandlung derzeit auf optimalem Niveau durchgeführt werden kann. Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebsgesellschaft haben sich zusammengetan und eine gemeinsame Task Force eingerichtet, um über ihre Krebsinformationsdienste deutschlandweit betroffene Patienten zu beraten und mit aktuellen Informationen zu versorgen. Über die Netzwerke von DKFZ, Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft wird außerdem die Veränderung der aktuellen Versorgungssituation der Krebspatienten erfasst und ein Frühwarnsystem aufgebaut, um möglichst frühzeitig ein Signal über mögliche Einschnitte in der Onkologie an Entscheidungsträger geben zu können.

Das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe und der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums sind mit einer zunehmenden Anzahl von Anfragen von äußerst beunruhigten Krebspatienten konfrontiert. Diese weisen darauf hin, dass aufgrund der SARS-CoV-2-Situation bei einzelnen Patienten diagnostische Maßnahmen oder Therapien angepasst oder sogar verschoben werden.

Die Verläufe und Therapieverfahren bei Krebs unterscheiden sich je nach Tumorart stark. Daher benötigt auch in der aktuellen Krisensituation jede jeder Patient eine Behandlung, die auf die individuelle Situation zugeschnitten ist. „Es gibt bei Krebs manchmal Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist. In anderen Fällen ist eine dringende Behandlung geboten, um Heilungschancen nicht zu gefährden,“ erklärt Prof. Dr. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, und ergänzt: „In wieder anderen Fällen muss die Behandlung aufgrund einer besonderen Infektionsgefährdung von Patienten individuell angepasst werden. Pauschale Empfehlungen lassen sich daher nicht geben.“

Der Krebsinformationsdienst des DKFZ und das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe stellen bereits seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie zusätzliche Informationen für Krebspatienten zur Verfügung. Darüber hinaus wurden die Kapazitäten zur Beratung und Diskussion vorgeschlagener Behandlungsoptionen weiter ausgebaut.

In Deutschland erkranken durchschnittlich etwa 1.400 Menschen täglich neu an einer Krebserkrankung, die oft lebensbedrohlich ist. Mehrere hunderttausende Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen befinden sich in Diagnostik und Therapie. „Trotz der sich schnell ausbreitenden SARS-CoV-2-Pandemie, die das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen stellt, darf die Versorgung unter keinen Umständen vernachlässigt werden“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Um kontinuierlich zu analysieren, ob es während der COVID-Pandemie zur Unterversorgung von Krebspatienten in Deutschland kommt, baut die gemeinsame Task Force von DKFZ, Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft derzeit ein Frühwarnsystem unter Einbeziehung ihrer Netzwerke mit universitären Krebszentren, zertifizierten onkologischen Zentren, den Krebsinformationsdiensten und weiteren Partnern auf. Die aktuelle Versorgungslage in Deutschland wird regelmäßig bewertet, um kurzfristig den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern zu suchen.

„Wir gehen davon aus, dass die verantwortlichen Behandler vor Ort mit ihren Patienten gemeinsam das Interesse haben, auch unter den erschwerten Bedingungen zu einer bestmöglichen Lösung für ihre Patienten zu kommen, dazu gehört auch, Risikopatienten mit Krebs vor weiteren gesundheitlichen Problemen zu schützen“, berichtet Prof. Dr. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft

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