13.07.2008

Darminfektion im Pool

Chlor alleine schützt nicht vor Infektionen - bei schlechter Wasserqualität kann der Badespaß daher schnell mit einer Darminfektion enden...

Krankheitserreger können selbst in gechlortem Wasser von Swimmingpools und Bädern überleben und zu schweren Darminfektionen führen. Insbesondere in warmem Klima vermehren sich Bakterien und Parasiten gut und nehmen überhand. „Urlauber sollten deshalb auf eine gute Körperhygiene achten, wenn sie schwimmen gehen, und möglichst wenig Wasser schlucken", rät Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Denn wer beispielsweise trotz Durchfall im Pool schwimmen geht, könne ansteckende Darmbakterien oder Parasiten im Wasser verbreiten.

Die größte Gefahr durch verunreinigtes Badewasser geht dabei von dem Parasiten Cryptosporidium aus. Die Erreger werden durch die relativ niedrigen Mengen Chlor im Wasser nicht abgetötet und können sich deshalb im Wasser von Pools, Schwimmbädern oder Brunnen ausbreiten. Werden sie verschluckt und gelangen in den Darm, können sie wässrigen Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Fieber hervorrufen. Gesunde Menschen erholen sich meist von alleine wieder, bei einem geschwächten Immunsystem können die Symptome aber lebensbedrohlich werden. "Man sollte deswegen nur geduscht in den Pool gehen und sich vor allem nach der Toilette mit Seife die Hände waschen", empfiehlt Dr. Walger. So ließe sich vermeiden, dass Mikroorganismen ins Wasser gelängen.

Viele Keime sind unempfindlich gegen Chlor

Neben Cryptosporidium stellen auch Bakterien wie Legionellen und Escherichia coli eine Gefahr dar. Nur durch Zugabe von Chlor können die Keime nicht bekämpft werden. „Chlor alleine reicht nicht. Nur wenn das Wasser durch zusätzliche Filteranlagen, UV- oder Ozonbehandlung gereinigt wird, können widerstandsfähige Erreger beseitigt werden", so Dr. Walger. Badefreunde sollten im Urlaub deshalb nur in Anlagen mit hohen Hygienestandards schwimmen gehen. „Am besten erkundigt man sich beim Bademeister, wie das Wasser gereinigt wird. Beläge auf den Fliesen oder Schwebstoffe im Wasser sind dagegen ein Zeichen für schlechte Wasserqualität", warnt der Infektionsmediziner.