23.08.2015
Entzündliches Rheuma verdoppelt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall beträgt bei Rheumatikern im Vergleich zu Gesunden etwa das Doppelte. Deshalb ist eine frühe Behandlung besonders wichtig, rät der BDRh.
Entzündliche Formen von Rheuma, an denen hierzulande etwa 800.000 bis eine Million Menschen erkrankt sind, greifen nicht nur die Gelenke an, sondern schädigen auch die Blutgefäße des Körpers. Das Risiko der Betroffenen für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und in der Folge Herzinfarkt und Schlaganfall ist - vergleichbar mit dem von Diabetikern - deutlich erhöht und beträgt im Vergleich zu Gesunden etwa das Doppelte. Besonders wichtig ist daher eine frühzeitige Behandlung, betont der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh). „Rheuma wie auch Arteriosklerose sind Krankheiten, die Entzündungsprozesse verursachen und gleichzeitig selber durch solche entzündlichen Vorgänge aufrecht gehalten werden. Entzündungsbedingte Veränderungen in den Blutgefäßen sind somit bereits in den ersten Jahren einer entzündlich-rheumatischen Gelenkerkrankung nachweisbar. Selbst Patienten, die noch beschwerdefrei sind, bei denen aber Rheumafaktoren oder rheumaspezifische Autoantikörper im Blut nachgewiesen wurden, haben bereits ein erhöhtes Arteriosklerose-Risiko", warnt Dr. Florian Schuch, Vorstandsmitglied des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen.
Konsequente Rheumatherapie und gesunde Lebensweise senken das Risiko
Um sich vor Arterienverkalkung zu schützen und ein Fortschreiten der rheumatischen Erkrankung zu verhindern, sind eine konsequente Therapie und ein gesunder Lebensstil ratsam. „Je besser das entzündliche Rheuma behandelt und die Entzündung bekämpft wird, umso effektiver lässt sich auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eindämmen", erläutert Dr. Schuch. „Hilfreich sind hierbei moderne Medikamente, so genannte Biologika, die Signale der Entzündungsreaktion ausschalten und damit höchstwahrscheinlich auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen können. Ähnlich wie bei Diabetikern ist es auch ganz wichtig, weitere Risikofaktoren wie erhöhte Blutdruck-, Blutzucker- oder Blutfettwerte regelmäßig zu überprüfen und in den Griff zu bekommen. Nicht zu vernachlässigen sind auch genügend Bewegung im Alltag, eine gesunde Ernährung und der unbedingte Verzicht auf das Rauchen. Tabakrauch fördert nämlich die Entzündungsvorgänge und senkt außerdem die Wirksamkeit der Medikamente."
Quelle: äin-red
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