19.09.2013

Erste Grippe-Impfstoffe für die beginnende Grippesaison ausgeliefert

Im vergangenen Winter gab es nach Angaben des RKI 7,7 Millionen Arztbesuche aufgrund von Grippe - das ist der höchste Wert seit der Grippesaison 2004/2005. Besonders Ältere sollten sich impfen lassen. 

In Deutschland kann die diesjährige Grippeimpfsaison bald beginnen. Nach Angaben des für die Zulassung von Grippe-Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen sind bereits mehr als 10 Millionen Grippe-Impfstoffdosen für die Saison 2013/2014 freigegeben worden. Einige Impfstoff-Hersteller haben bereits mit der Auslieferung der Impfstoffe an die Apotheken und den Großhandel begonnen.

Millionen Arztbesuche und Tausende Todesfälle jedes Jahr

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat kürzlich die Zahlen zu Arztbesuchen, Arbeitsunfähigkeiten und Klinikeinweisungen, die durch die Influenza verursacht wurden, aus der vergangenen Grippesaison 2012/2013 veröffentlicht. Danach schätzt das RKI die Zahl der Influenza bedingten Arztbesuche auf 7,7 Millionen, den höchsten Wert seit der Grippesaison 2004/2005. Bei den Krankschreibungen für Personen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren wird ein geschätzter Wert von 3,4 Millionen angegeben. Dies ist der höchste Wert in den letzten 10 Jahren und weist darauf hin, wie stark gerade diese Altersgruppe von der Grippewelle betroffen war. Zudem mussten Tausende Influenza-Patienten zur Behandlung in eine Klinik eingewiesen werden.

Impfung gegen Grippemuss jedes Jahr erneut vorgenommen werden

Die Grippe-Impfstoffe werden jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Influenza-Viren angepasst, um vor jeder Grippesaison einen optimalen Impfschutz zu erzielen. „Für die kommende Grippesaison hat die Weltgesundheitsorganisation zwei neue Virusstämme für den Impfstoff empfohlen", berichtet Dr. Peter Walger, Leitender Arzt für Intensivmedizin und Infektiologie am Johanniter-Krankenhaus in Bonn und Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). „Die neue Zusammensetzung basiert auf den Erkenntnissen der weltweiten Influenzaüberwachung der WHO und berücksichtigt neue Virenstämme, die mit großer Wahrscheinlichkeit im kommenden Winter die saisonale Grippewelle dominieren werden. Um sich vor der Influenza zu schützen, muss die Impfung deshalb jedes Jahr neu verabreicht werden." Ein weiterer Grund, sich alljährlich impfen zu lassen, ist die mit der Zeit nachlassende Schutzwirkung, sodass ohne erneute Impfung für die kommende Grippesaison kein Impfschutz besteht.

Optimaler Zeitpunkt für die Impfung

Optimal für die Impfung ist die Zeit von September bis November, da die ersten Grippefälle meist im Dezember auftreten und es nach der Impfung 10 bis 14 Tage dauert, bis das Immunsystem einen wirksamen Schutz gegen die Influenza aufgebaut hat. „Um rechtzeitig geschützt zu sein, sollte man jetzt mit seinem Arzt einen Termin für die Impfung vereinbaren", empfiehlt Walger. „Die Impfung ist besonders für Menschen wichtig, deren Immunsystem aufgrund des Alters oder einer chronischen Erkrankung geschwächt ist. Deren Anteil bei den Influenza bedingten Klinikeinweisungen und  Todesfällen ist besonders hoch. Grundsätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission eine
Grippeschutzimpfung allen Personen mit einem erhöhten Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko. Das betrifft Ältere ab 60 Jahren, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma, Schwangere, medizinisches Personal und alle Betreuer von Risikopatienten. Nach wie vor sind in allen genannten Gruppen die Impfquoten zu niedrig", betont Walger.

Quelle: äin-red

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