23.06.2022

Fettstoffwechselstörungen früh erkennen und therapieren

Anlässlich des Tags des Cholesterins am 24. Juni 2022 macht die Lipid-Liga darauf aufmerksam, wie wichtig eine regelmäßige Messung der Blutfettwerte und bei einer Erhöhung deren Therapie ist.

Zum 20. Jubiläum ihres Aktionstags – dem Tag des Cholesterins – ruft die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) dazu auf, Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) stärker ins Visier zu nehmen. Nach wie vor werden LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Triglyzeride zu selten gemessen. Und auch die Therapie von Fettstoffwechselstörungen ist noch weit vom Ideal entfernt: Selbst von den Hochrisikopatienten nach einem Herzinfarkt erreichen 80 Prozent nicht die von der ESC/EAS-Leitlinie empfohlenen LDL-C-Zielwerte. „Wir liegen damit im internationalen Vergleich auf einem der hinteren Plätze, und das müssen wir ändern,“ so der Kardiologe Prof. Dr. med. Oliver Weingärtner, Vorsitzender der DGFF (Lipid-Liga). Darüber hinaus ist die Familiäre Hypercholesterinämie hierzulande nach wie vor dramatisch unterdiagnostiziert, auch weil ein frühes Screening fehlt.

Es gibt zwar Möglichkeiten, Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) aufzudecken. Diese werden aber zu wenig genutzt. So haben beispielsweise Erwachsene zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr einmalig Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung mit Bestimmung der Blutfettwerte, ab dem 35. Lebensjahr dann alle drei Jahre beim „Check-up 35“. Darauf hinzuweisen und Patienten zu motivieren, diese Chance zu nutzen, ist wichtig.

Sind in der Familie erhöhte Lipidwerte bekannt oder gibt es Fälle von kardiovaskulären Ereignissen in früherem Alter (bei Männern vor dem 55. und bei Frauen vor dem 65. Lebensjahr), sollte man unbedingt das Lipidprofil bestimmen, dabei wenigstens einmal im Leben den Wert für Lipoprotein(a). Bei Kindern dann auch möglichst früh vor dem 6. Lebensjahr – ansonsten spätestens ab dem 10. Lebensjahr. Denn auch im Kindesalter ist eine frühzeitige Diagnose und präventive Therapie wichtig, weil so die Endothelerkrankung aufgehalten und das kardiovaskuläre Risiko im Erwachsenenalter abgesenkt werden kann.

Je höher das kardiovaskuläre Gesamtrisikoprofil eines Patienten, desto niedriger sollte sein LDL-Cholesterin(LDL-C)-Wert sein: Hier stützen sich die Empfehlungen der aktuellen ESC/EAS-Leitlinie auf eine sehr gute Evidenz. Sie reichen von LDL-C-Zielwerten von 116 mg/dl bzw. 3,0 mmol/l bei niedrigem kardiovaskulären Gesamtrisiko (SCORE < 1 %) bis hin zu einer LDL-C-Senkung von 50 % vom Ausgangswert und einem LDL-C-Zielwert von < 55 mg/dl (< 1,4 mmol/l) bei sehr hohem Risiko.

Basis einer jeden Therapie ist ein gesundheitsförderlicher Lebensstil, also Nikotinverzicht, fettmodifizierte und pflanzenbetonte Ernährung, sportliche Aktivität und Stressvermeidung sowie Reduktion vorhandenen Übergewichts. Lässt sich damit erhöhtes LDL-C nicht ausreichend senken, steht mittlerweile ein großes Repertoire an hochwirksamen und sehr gut verträglichen Medikamenten zur Verfügung. Und auch hier gilt es, den Patienten mögliche Ängste zu nehmen, sie zu motivieren und zu überzeugen, dass es wertvoll ist, seine Gefäße so lange wie möglich gesund zu erhalten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V.

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