29.08.2007
Frauen sprechen besser auf HIV-Therapie an als Männer
Eine Behandlung bessert die Immunabwehr und den Allgemeinzustand HIV-infizierter Frauen schneller als bei Männern...
HIV-infizierte Frauen, die eine antiretrovirale Behandlung beginnen, reagieren häufig mit einer besseren Antwort ihres Immunsystems als Männer. Dies ist das Ergebnis einer spanischen Studie, an der 2.620 teils vorbehandelte, teils nicht vorbehandelte HIV-Patienten teilgenommen haben. Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von 12 Monaten nach Therapiebeginn beobachtet.
Bei einer HIV-Infektion dringt das Virus in so genannte CD4-Zellen des Immunsystems ein, vermehrt sich dort und zerstört die Zellen. Erwartungsgemäß nahm deshalb in den ersten 3 Monaten die CD4-Zellzahl bei den bisher unbehandelten Teilnehmern besonders stark zu. Frauen profitierten jedoch stärker von der Behandlung: Bereits 3 Monate nach Behandlungsbeginn war die Zahl ihrer CD4-Zellen stärker angestiegen als bei den teilnehmenden Männern. Die Menge der Viren sank durch die Behandlung bei beiden Geschlechtern im gleichen Maße ab. Da die teilnehmenden Männer vor Therapiebeginn im Durchschnitt jedoch mehr Viren im Blut hatten als die Frauen, blieb dieser Unterschied bestehen. Trotz Behandlung hatten die Männer also auch nach 12 Monaten mehr Viren im Blut.
Während des Beobachtungszeitraums hatten Männer zudem ein höheres Risiko, dass sich ihre Erkrankung weiterentwickelte. Auch die Gefahr, in diesem Zeitraum zu versterben, war höher als bei den weiblichen Teilnehmern. Entsprechend verbesserte sich der Allgemeinzustand der Frauen schneller als derjenige der Männer. Lediglich im Hinblick auf Nebenwirkungen der antiretroviralen Medikamente schnitten die Frauen schlechter ab als die Männer - sie waren hiervon häufiger betroffen.
Quelle:
AIDS 2007, 21: S. 835-843
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