06.01.2008

Gehirnerschütterung kann zu Hormonstörung führen

Eine Störung des Hormonhaushalts kann die Ursache für Probleme mit dem Kreislauf nach einer Kopfverletzung sein...

Wird bei einer Gehirnerschütterung die Hirnanhangsdrüse verletzt, kann dies den Hormonhaushalt des Körpers durcheinander bringen. „Wenn nach einer schweren Kopfverletzung die Erholungsphase ungewöhnlich langsam verläuft, sollte ein Hormontest vorgenommen werden", rät Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Eine rechtzeitige Behandlung mit Hormonen könne im Ernstfall lebensrettend sein.

Schwere Erschütterungen durch einen Sturz oder Verkehrsunfall können die Hirnanhangsdrüse verletzen. Auch Blutungen in das umgebende Gewebe sind gefährlich, da das Blut Druck auf die Drüse ausübt und so das Gewebe Schädigungen führen kann. „Schätzungen zufolge kommt es bei jeder 4. schweren Kopfverletzungen zu Schäden der Hirnanhangsdrüse", warnt Prof. Müller. In den meisten Fällen würde die Störung jedoch nicht erkannt, da die klinischen Auswirkungen dieser Störung sehr unterschiedlich sein können.

Mit Hilfe von Hormontests, kann ein Endokrinologe feststellen, ob die Drüse geschädigt ist. Manche Hormonstörungen machen sich erst mit der Zeit bemerkbar. Deshalb müssen manche Tests nach 3 bzw.  6 Monate nach der Verletzung erneut durchgeführt.

Die Hirnanhangsdrüse wird auch als Hypophyse bezeichnet und sitzt an der Unterseite des Gehirns in der Mitte des Schädels. Sie ist eine wichtige Hormondrüse des Körpers, die mit ihren Hormonen andere Hormondrüsen oder Organe steuert. Werden diese Hormone nicht mehr ausreichend gebildet, kann dies schwerwiegende Folgen haben: So lässt ein Kortikotropin(ACTH)-Mangel der Hypophyse und der daraus resultierende Kortisol-Mangel der Nebenniere Blutdruck und Blutzuckerspiegel sinken und kann dadurch zu lebensbedrohlichen Kreislaufkrisen führen. Fällt das so genannte Dursthormon aus, scheiden die Patienten mehr Urin aus und haben extremes Durstgefühl. Mit Medikamenten können die Auswirkungen eines Ausfalls der Hirnanhangsdrüse gut behandelt werden.