03.03.2014

Gleich nach der Diagnose von Rheumatoider Arthritis gegen Blutgerinnsel vorbeugen

Wer Rheumatoide Arthritis hat, ist besonders gefährdet, eine venöse Thromboembolie zu entwickeln und sollte entsprechende Vorsorgemaßnahmen verordnet bekommen. Dazu raten Experten des BDRh.

Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) sind besonders gefährdet, eine venöse Thromboembolie zu entwickeln, die unbehandelt lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam. „Die chronischen Entzündungsprozesse bei Rheumatoider Arthritis schädigen die Blutgefäße und begünstigen die Bildung einer Thrombose bevorzugt in den Venen - also eines Blutgerinnsels, das die Gefäße verengen oder verstopfen kann", erläutert Dr. Edmund Edelmann, erster Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis im bayerischen Bad Aibling. „Wird ein solcher Thrombus mit dem Blutstrom in weitere Körperbereiche fortgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass er die Blutgefäße in der Lunge
blockiert und es zu einer Lungenembolie kommt. Dann wird die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt und betroffene Gewebe können Schaden nehmen oder gar absterben."

Jüngere Patienten besonders gefährdet

Eine aktuelle Studie aus Taiwan (siehe Annals oft the rheumatic diseases, Online-Vorabveröffentlichung am 13.8.2013) hat ergeben, dass venöse Thromboembolien bei RA-Patienten etwa zwei- bis dreimal häufiger auftreten als bei Gesunden. „Auch die Häufigkeit von tiefen Venenthrombosen ist den Forschern zufolge bei RA-Patienten um das Dreifache erhöht, und zu Lungenembolien kommt es doppelt so häufig", berichtet Edelmann. Dabei scheinen vor allem jüngere
Patienten unter 50 Jahren ein besonders hohes Risiko zu haben, eine venöse Thromboembolie zu bekommen - dieses ist im Vergleich zu gleichaltrigen Gesunden sogar um das Fünffache erhöht. Außerdem ist die Gefahr einer tiefen Venenthrombose nach Angaben der Forscher in den ersten vier Jahren nach einer RA-Diagnose besonders hoch (um das Vierfache erhöht) und geht dann langsam wieder zurück, während das Risiko für eine Lungenembolie im Vergleich zu Gesunden mit
zunehmendem Alter stetig ansteigt.  

Auch Venengymnastik zur Vorbeugung empfehlenswert

Im Hinblick auf das erhöhte Thromboserisiko bei RA, sollte nach einer RA-Diagnose auch immer das individuelle Thromboserisiko des Patienten abgeschätzt werden. Entsprechend der ermittelten Risikostufe bekommt der Patient dann bestimmte Vorsorgemaßnahmen verordnet. „Dazu gehören das
Tragen von Kompressionsstrümpfen, Krankengymnastik und Frühmobilisierung, oder aber eine medikamentöse Thromboseprophylaxe mit Heparin", erläutert Edelmann. „Zur Vorbeugung von Thrombosen ist grundsätzlich auch jede Form der Bewegung bzw. Venengymnastik geeignet. Es ist zudem ratsam, ausreichend zu trinken (mindestens 1,5-2 Liter am Tag, damit das Blut nicht verdickt) und die Beine öfters mal hochzulegen - das entlastet die Venen und verbessert den Rückstrom des Blutes zum Herzen."

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.rheumatologen-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Rheumatologen-im-Netz verlinken.