26.07.2019

Hepatitis erfolgreich ausmerzen!

Die Elimination der Virushepatitis in Deutschland ist möglich – wenn wir jetzt handeln! Darauf weist die Die Deutsche Leberstiftung anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli hin.

Unter dem Motto „Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“ findet am 28. Juli 2019 der Welt-Hepatitis-Tag als offizieller Gesundheitstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. Die Deutsche Leberstiftung informiert aus diesem Anlass über die Möglichkeit und die Voraussetzungen einer Elimination der Virushepatitis in Deutschland.

Nach aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit etwa zwischen 300 und 400 Millionen Menschen mit einer Hepatitis B oder einer Hepatitis C. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa 250.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert sind und sich bei ca. 200.000 bis 400.000 erwachsenen Menschen Hinweise auf eine chronische HBV-Infektion finden.

Im Jahr 2016 hat die WHO für die Hepatitis B und Hepatitis C bis 2030 weltweit Ziele zur Elimination gesetzt. Über 190 Mitgliedsstaaten der WHO haben sich verpflichtet, der Virushepatitis im eigenen Land den Kampf anzusagen. Auch Deutschland beteiligt sich. Im April 2016 hat die Bundesregierung die Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen („BIS 2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorübergreifend“) beschlossen, die bis 2030 Hepatitis B und C wie auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.

Auf den ersten Blick erscheint das Ziel realistisch: Gegen Hepatitis B gibt es eine wirksame Schutzimpfung, die Hepatitis C ist heute mit kurzer, nahezu nebenwirkungsfreier Therapie fast immer heilbar. Nach den aktuellen Zahlen rechnet die WHO aber nicht damit, dass Deutschland das für 2030 gesteckte Eliminationsziel erreichen kann. Die ersten gesetzten Ziele wurden hier nicht erreicht. Grund ist vor allem die hohe Dunkelziffer nicht erkannter Fälle. Es ist davon auszugehen, dass viele Betroffene in Deutschland nichts von ihrer Erkrankung wissen.

Lebererkrankungen bestehen oft über Jahre, ohne dass sich spezifische Anzeichen dafür zeigen. Oft werden die Infektionen mit dem Hepatitis B- oder Hepatitis C-Virus mit bestimmtem Risikoverhalten in Verbindung gebracht. Dabei kann eine bisher unentdeckte Infektion mit dem Hepatitis C-Virus beispielsweise auch durch eine vor 1992 erhaltene Bluttransfusion erfolgt sein.

„Wir müssen weiter umfassend über Virushepatitis informieren, um das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu vergrößern. Lebererkrankungen können wirklich jeden treffen. Das Thema geht uns also alle an“, betont Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Ein Screening der Bevölkerung – zum Beispiel durch Aufnahme von Leberblutwerten in Vorsorgeuntersuchungen wie dem „Check-up 35“ – kann dazu beitragen, die Diagnoserate zu erhöhen. Nach der Diagnose kann in der Regel eine Therapie begonnen werden, mit der die Hepatitis B gut kontrolliert und die Hepatitis C geheilt werden kann. Außerdem wird durch eine möglichst frühzeitige Diagnose verhindert, dass die Betroffenen unwissentlich andere Menschen mit dem Hepatitis-Virus infizieren.

Prof. Dr. Michael P. Manns erläutert die Situation: „In Deutschland haben wir einen sehr guten Therapiezugang, aber das allein ist für eine Elimination nicht ausreichend. Wir brauchen mehr Tests. Dabei sind auch niedrigschwellige Test- und Therapieangebote wichtig, um alle Betroffenen zu erreichen. Andere europäische Länder zeigen, dass diese Maßnahmen, wenn sie konsequent und konzertiert durchgeführt werden, zum Erfolg führen können.“

Er appelliert an die Verantwortlichen: „Es wäre fahrlässig, wenn wir die Möglichkeiten, die wir in Deutschland haben, nicht nutzen würden, um die Virushepatitis hierzulande zu eliminieren. Die Deutsche Leberstiftung wird ihren Teil sehr gern dazu beitragen.“

Quelle: Deutsche Leberstiftung

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