29.06.2009
Herpes-Gefahr durch Textilien?
Herpes kann offenbar auch durch Handtücher übertragen werden. Die Viren überstehen eine 40°C- Wäsche...
Lippenherpes ist weit verbreitet: Er zählt in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen der Haut. Neben den bekannten Übertragungswegen der Herpeserreger durch den Speichel sowie der Verbreitung der Viren über Schmierinfektionen mit den Händen nach Aufkratzen der Lippenbläschen, legen aktuelle Untersuchungen der Hohenstein Institute einen weiteren möglichen Infektionsweg nahe: über Herpes-kontaminierte Textilien.
Wissenschaftlern ist es gelungen, die starke Haftung von Herpes-simplex-Viren an Textilien nachzuweisen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Ansteckung beispielsweise also auch über Handtücher, Servietten sowie Geschirr- und Reinigungstücher erfolgen könnte, mit denen sich zuvor ein Herpes-Infizierter abgetrocknet hat.
Im Rahmen des Haftungsversuchs wurden kleine Textillappen direkt mit Viruspartikeln aus einer HSV 1-Suspension kontaminiert. Wie sich herausstellte, waren die Herpesviren auch noch nach 48 Stunden bei Raumtemperatur auf dem Textil vorhanden. Selbst nach einer 40°C-Wäsche mit einer haushaltsüblichen Maschine unter Verwendung von Haushaltswaschmittel lies sich die Virus-DNA auf den Läppchen nachweisen. Dies unterstreicht die hohe Anhaftung der Herpesviren am Textil. Allerdings ist eine Ansteckung mit Herpes durch Textilien nach dem Waschgang eher unwahrscheinlich, da die empfindliche Hüllmembran des Virus beim Waschen zerstört wird. Ohne die Hülle sind die Viren nicht mehr infektiös. Trotzdem lässt sich eine Infektionsgefahr nicht restlos ausschließen.
