28.03.2012

Herzinsuffizienz maßgeschneidert behandeln

Die personalisierte Medizin basiert auf individuellen Merkmalen auf genetischer, molekularer und zellulärer Ebene und soll u.a. Patienten mit Herzschwäche künftig besser helfen.

Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzinsuffizienz - einer Schwäche des Herzmuskels. Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter an: Mehr als zwei Prozent der über 65-Jährigen sind davon betroffen. Da die Bevölkerung hierzulande immer älter wird, wächst die Zahl der Betroffenen.

Eine Herzinsuffizienz hat zur Folge, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpt. Gewebe und Organe können dann unterversorgt sein. Betroffene fühlen sich rasch erschöpft, sind kurzatmig, bis hin zur Atemnot. Mitunter zeigen sich an Füßen und Knöcheln Schwellungen, so genannte Ödeme. Ursache einer Herzinsuffizienz können Herz-Kreislauf-Störungen sein, bedingt etwa durch Herzkranzgefäß-, Bluthochdruck-, Herzklappen- oder Herzmuskelerkrankungen. In etwa drei Viertel der Fälle gelangt nicht ausreichend Blut zum Herzen, da die zuführenden Gefäße verengt sind.

Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten krankheitsbedingten Gründen für eine Aufnahme ins Krankenhaus. Trotz neuester Diagnostik und Therapien sterben auch heute noch viele Menschen an den Folgen einer Herzschwäche. „Die Tatsache, dass zum Beispiel genetische Veränderungen zwischen Männern und Frauen vorliegen, oder genetische Veränderungen im Alter auftreten, wird heute bei der Therapie der Herzinsuffizienz nicht spezifisch ins Kalkül gezogen", erläutert Prof. Dr. med. Heinz-Peter Schultheiss, Ärztlicher Leiter des Centrum für Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin und Direktor der Medizinischen Klinik II-Kardiologie und Pulmologie am Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin, Berlin. Hinzu komme eine Vielzahl von Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ I und II, Bluthochdruck, Übergewicht, Entzündungen und Infektionen, die den Verlauf der Erkrankung erheblich beeinflussen. Diese Besonderheiten müssen individuell berücksichtigt werden, so Schultheiss. Dadurch bedingt reagierten Patienten sehr unterschiedlich auf die derzeit üblichen Behandlungsverfahren.

Mittels personalisierter Medizin sollte sich ein Weg für zukünftige Therapien finden lassen, um die Prognose der Patienten weiter zu verbessern - hoffen Experten. Personalisierte Medizin beruht auf dem Zusammenspiel von Diagnostik und Therapie basierend auf Merkmalen der Patienten auf genetischer, molekularer und zellulärer Ebene. Ziel müsse sein, durch patientenspezifische Diagnostik eine Therapie zu finden, die mit wenigen Nebenwirkungen bei guter Wirksamkeit langfristig zu optimalen Ergebnissen führt und eventuell auch Kosteneinsparungen bedingt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.