19.06.2011
Herzkatheter-Untersuchung nötig oder nicht?
Welche Herzpatienten eine Behandlung brauchen, kann eine spezielle Untersuchung im Magnetresonanztomografen (MRT) zeigen, die auf der DGK-Kardiologen-Tagung vorgestellt wurde.
Eine spezielle Form der Magnetresonanztomografie (MRT) im Kernspin - die so genannte hochdosierte Dobutamin-Stress-MRT (DSMR) - kann präzise das Ausmaß und den Ort von Durchblutungsstörungen erfassen und liefert Herz-Spezialisten somit klare Hinweise, ob und wie weiter behandelt werden sollte. Ohne Eingriff in den Körper und ohne Röntgenstrahlen zeigt die DSMR zum Beispiel, ob die Therapie einer Gefäßverengung mittels Herzkatheter in Frage kommt oder ob ein Medikament verwendet werden soll. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) mit 1575 herzkranken Patienten, die auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) vom 27. bis 30. April 2011 in Mannheim vorgestellt wurde.
„Im medizinischen Alltag muss häufig die Entscheidung zur Durchführung einer Herzkatheter-Untersuchung bei Patienten mit bekannter oder vermuteter koronarer Herzerkrankung abgewägt werden. Der Stellenwert der DSMR bei der klinischen Entscheidungsfindung für oder gegen eine Herzkatheter-Untersuchung wurde aber bisher noch nicht hinreichend untersucht", begründet Prof. Dr. Eckart Fleck (DHZB) die Motive für die Studie.
Die Ergebnisse der Studie: Die DSMR ist als Routineverfahren mit hoher Erfolgsrate und einer relativ kurzen Untersuchungszeit von etwa 30 Minuten gut einsetzbar, so Prof. Fleck. Sie erweise sich als zuverlässiges Instrument zur Entscheidungsfindung hinsichtlich einer invasiven (Herzkatheter) versus medikamentösen Behandlungsstrategie.
Der positive Vorhersagewert der DSMR zur Erkennung von Gefäßverengungen (koronaren Stenosen) von über 50 Prozent ist hoch. „Ein positiver DSMR-Befund, bei dem sich ein Durchblutungsdefekt zeigt, ist ein aussagekräftiger Prädiktor für künftige kardiale Ereignisse", erläutert Prof. Fleck. Gleichsam lasse sich aus einem negativen DSMR-Befund ein niedriges Risiko für spätere Herzprobleme ableiten. Solche Patienten erlitten in den folgenden zwei Jahren nur selten eine Verschlechterung ihres Krankheitszustandes.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
