12.01.2016
Hohes Risiko für Begleiterkrankungen auch bei Spondylarthritis
Nicht nur Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA), sondern auch solche mit Ankylosierender Spondylitis (AS) haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein akutes Koronarsyndrom und einen Schlaganfall.
Nicht nur Patienten mit einer Rheumatoiden Arthritis, sondern auch mit einer Spondylarthritis (SpA) haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Begleiterkrankungen. Bei der Betreuung dieser Patienten sollten daher auch die relevanten kardiovaskulären Risikofaktoren regelmäßig überprüft werden. Das ist das Fazit einer Sitzung mit dem Titel „Spondyloarthropathies and Psoriasis Arthritis - Clinical Aspects and Treatment: Clinical Aspects and CoMorbidities" auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology im November in San Francisco. Forscher aus Schweden haben nicht nur für Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA), sondern auch für Patienten mit Ankylosierender Spondylitis (AS) ein signifikant erhöhtes Risiko für ein akutes Koronarsyndrom (ACS) und Schlaganfall gefunden (siehe Abstract Nr. 1057 auf dem 2015 ACR/ARHP Annual Meeting). Auch Vorhofflimmern, eine weitere Herzrhythmusstörung (der sog. atrioventrikuläre Block, AV-Block) und Schrittmacherimplantationen traten bei AS-, PsA- und uSpA-Patienten etwa doppelt so häufig auf wie in der herangezogenen gesunden Bevölkerungskohorte, so das Ergebnis einer zweiten Studie derselben Arbeitsgruppe (Abstract Nr. 1059 auf dem 2015 ACR/ARHP Annual Meeting).
Obwohl die Häufigkeit von Begleiterkrankungen bei SpA-Patienten offenbar groß sei, werde offenbar bei Weitem nicht mit der gebotenen Sorgfalt nach relevanten Risikofaktoren gesucht. Zu diesem Ergebnis kommt eine weitere Studie mit knapp 4000 SpA-Patienten aus 22 Ländern, die im Mittel 44 Jahre alt, männlich und seit durchschnittlich acht Jahren in 89 % der Fälle an einer axialen SpA erkrankt waren (siehe Annals oft he Rheumatic Diseases, Online-Vorabveröffentlichung am 21.10.2015). Die Studienteilnehmer litten insbesondere an Bluthochdruck (34%), einer Fettstoffwechselstörung (27%), Osteoporose (14%), Magendarmgeschwüren (11%) oder hatten bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten (4%). Beim Screening dieser Risikofaktoren gäbe es folglich einen deutlichen Verbesserungsbedarf, meinen die Studienautoren. Je früher solche Begleiterkrankungen entdeckt würden, umso mehr Nutzen könnten SpA-Patienten daraus für ihre gesundheitliche Verfassung ziehen.
