13.04.2009
Im Frühjahr an Tetanus-Impfung denken
Im Frühling steigt das Risiko für eine Ansteckung, da dann auch die Verletzungsgefahr im Freien wächst...
Das Frühjahr ist die passende Jahreszeit, den eigenen Impfschutz gegen Tetanus zu überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen. Denn viele Menschen nutzen die steigenden Temperaturen für Freizeitaktivitäten in der Natur. Damit wächst auch das Risiko für eine Tetanus-Infektion, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich der Europäischen Impfwoche vom 20. bis 26. April mit. Im Frühjahr und Sommer steigen die Infektionsraten erfahrungsgemäß an.
Tetanus-Bakterien kommen weltweit vor und siedeln vor allem in Form so genannter Sporen im Erdboden. Besonders wohl fühlen sie sich bei etwa 37 Grad Celsius in Sauerstoff-freier Umgebung. Gelangen die Sporen also zusammen mit Erde durch offene Wunden in den Körper, finden sie dort ideale Lebensbedingungen vor. „Schon kleinste Bagatellverletzungen beim Sport oder bei der Gartenarbeit, z. B. durch Dornen, Nägel oder Stürze, können ausreichen, damit die Erreger ihren Weg in den Körper finden. Dort bilden sie dann einen gefährlichen Giftstoff, der schwerste Muskelkrämpfe auslösen kann", erklärt der Infektionsmediziner Dr. Peter Walger vom BDI. Auch durch Hunde- oder Katzenbisse bzw. -kratzer könnten Tetanus-Bakterien übertragen werden.
Mangelnder Impfschutz vor allem bei älteren Menschen
Am sichersten schützt eine Tetanus-Impfung vor einer Infektion. Obwohl heute über 95% der Kinder in Deutschland im Vorschulalter geimpft werden, scheint die Impfung im Erwachsenenalter häufig in Vergessenheit zu geraten. So schätzt das Robert Koch-Institut in Berlin, dass bei Erwachsenen lediglich die Hälfte der empfohlenen Impfungen vorgenommen wird. Dabei sinkt die Impfrate mit steigendem Alter: Während noch über 60% der 30- bis 39-Jährigen einen ausreichenden Impfschutz haben, sind es bei den über 70-Jährigen nur noch 40%. Zuletzt war im Sommer 2007 eine 86-jährige Frau an einer Tetanus-Infektion als Folge leichter Schürfverletzungen nach einem Sturz gestorben.
Zur Grundimmunisierung gehören 4 Impfungen im ersten Lebensjahr. Danach sollte die Impfung einmal vor Schulbeginn, einmal als Teenager (12 bis 15 Jahre) und dann alle 10 Jahre aufgefrischt werden. „Gegen Tetanus sollte jeder geimpft sein. Als Auffrisch-Impfung genügt eine einzelne Impfung, selbst wenn die letzte Impfung schon länger als 10 Jahre zurückliegt. Wer die Impfung als Kind versäumt hat, kann die Grundimmunisierung jederzeit nachholen", empfiehlt Dr. Walger. Selbst nach einer Verletzung und möglichen Infektion kann noch geimpft werden. Dabei gilt: Je kürzer die Spanne zwischen Verletzung und Impfung ist, desto wirksamer ist diese.
Durch die immer noch hohen Impfraten ist die Zahl der Tetanus-Fälle in Deutschland mit 15 Erkrankungsfällen pro Jahr gering. Anders sieht es dagegen in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung aus - insgesamt sterben weltweit jährlich mehr als eine Million Menschen an Tetanus. Auch hierzulande befürchten Experten einen Anstieg als Folge der wachsenden Impfmüdigkeit in der Bevölkerung.
