01.03.2014
Immer mehr Kinder mit Rheuma können am Schulsport teilnehmen
Dank verbesserter Therapiemöglichkeiten können heute mehr Kinder und Jugendliche mit Juveniler
Idiopathischer Arthritis (JIA) am Schulsport teilnehmen - und sollten dies auch tun.
Etwa 20.000 Kinder leiden in Deutschland an entzündlichem Rheuma - in den allermeisten Fällen sind sie an Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA) erkrankt. Für diese Kinder galt Sport lange Zeit als Tabu. Dabei berichten sportlich aktive Betroffene über eine deutlich bessere Lebensqualität. Zudem kann Sport die Krankheitsaktivität sogar reduzieren. Das zeigen aktuelle Daten, die Experten auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), der vom 18. bis 21. September in Mannheim stattfand, vorgestellt haben.
Schmerzende Gelenke sind typische Symptome junger Patienten mit JIA. „Um bleibende Gelenkschäden zu verhindern, haben Ärzte ihnen früher meist davon abgeraten, sich sportlich zu betätigen", so Dr. med. Jürgen Grulich-Henn, Kongresspräsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) vom Universitätsklinikum Heidelberg. Kinder wurden über Jahre vom Schulsport befreit und sollten keinen Vereinssport treiben. Dies führte jedoch häufig zu sozialem
Rückzug und Übergewicht. Zwar helfen moderne Behandlungskonzepte Kindern mit Rheuma zunehmend schneller, wieder beschwerdefrei zu leben. „Trotzdem treiben auch heute JIA-Patienten immer noch deutlich weniger Sport als gesunde Gleichaltrige", so der Kongresspräsident der GKJR. Es zeichne sich jedoch ein Wandel ab: Während im Jahr 2000 nur jeder Dritte mit JIA regelmäßig am
Schulsport teilnahm, waren es 2011 mehr als die Hälfte. Die Rate der Schulsportbefreiten sank von 46 auf 17 Prozent, so die Ergebnisse einer Trendanalyse mit mehr als 6000 JIA-Patienten im Rahmen der Kerndokumentation (Kinder-KD).
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
