25.06.2008
Impfstoff verringert Blutdruck
Erstmals haben Wissenschaftler einen Impfstoff gegen zu hohen Blutdruck erfolgreich getestet...
Ein experimenteller Impfstoff gegen Bluthochdruck hat in einer Studie am Menschen erste Erfolge gezeigt (The Lancet 2008, 371: Seite 821). Der Wirkstoff greift gezielt in die körpereigene Regulierung des Blutdrucks ein. An der Untersuchung waren auch Forscher der Berliner Universitätsklinik Charité beteiligt. Ein eventuell aus den Studien hervorgehender Impfstoff soll die tägliche Einnahme von Pillen überflüssig machen. Viele Patienten versäumen es, die Wirkstoffe zuverlässig zu schlucken und gefährden oder schwächen damit ihre Therapie.
Der Blutdruck kann reguliert werden, indem der Körper seine Adern enger oder weiter stellt. An dieser Regelung beteiligt ist ein Protein namens Angiotensin II. Dieses Hormon sorgt für einen steigenden Blutdruck. Der experimentelle Impfstoff besteht aus Angiotensin II und daran gekoppelten Virenbestandteilen. Nach der Impfung mit diesem Komplex entstehen im Körper Abwehrstoffe, so genannte Antikörper, die gegen Angiotensin II gerichtet sind. Es wird damit blockiert - und damit auch seine blutdrucksteigernde Wirkung.
insgesamt 48 Patienten mit mildem bis mäßigem Bluthochdruck mit unterschiedlichen Dosen des neuen Impfstoffs behandelt, 24 weitere erhielten zum Vergleich ein Scheinmedikament (Plazebo). Durch die Impfung sank der Blutdruck zwar nicht auf Normalwerte, aber doch stärker als in der Vergleichsgruppe. Damit ist nach Ansicht der beteiligten Forscher zum ersten Mal gezeigt, dass eine Impfung tatsächlich nach 14 Wochen den Druck in den Gefäßen verringert. Vorherige Versuche sind entweder fehlgeschlagen oder waren nur im Tierversuch erfolgreich. Weitere Studien mit größeren Patientengruppen müssen nun folgen, bevor der Impfstoff allgemein zugelassen werden kann.
