11.01.2015
Impfung des Pflegepersonals gegen Grippe senkt Sterblichkeit in Pflegeheimen
Die Sterbehäufigkeit während der Grippesaison ist in Heimen mit gut geimpftem Personal um 29 Prozent geringer als in Heimen mit unzureichend geimpftem Personal. Darauf weist der BDI hin.
$bildrechts_0 Das Sterberisiko von Pflegeheimbewohnern kann deutlich gesenkt werden, wenn sich auch die Pflegekräfte gegen Grippe impfen lassen. Wie eine aktuelle US-Metaanalyse (siehe Clinical Infectious Diseases 2014, Band 58/1, Seite 50-57) belegt, ist die Sterbehäufigkeit während der Grippesaison in Heimen mit gut geimpftem Personal um 29 Prozent geringer als in Heimen mit unzureichend geimpftem Personal. „Eine bessere Durchimpfung des Pflegepersonals in Heimen erhöht die Patientensicherheit der Heimbewohner", erklärt Dr. med. Peter Walger, Leitender Arzt für Intensivmedizin und Infektiologie am Johanniter-Krankenhaus Bonn und Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI).
Ältere Menschen besonders infektionsgefährdet
Mit zunehmendem Alter schwinden die Abwehrkräfte, daher sind Senioren besonders anfällig für Infektionen und erleiden auch häufiger schwerere Krankheitsverläufe als jüngere Menschen. Aus demselben Grund wird auch die Schutzwirkung einer Grippeimpfung in hohem Alter nicht mehr optimal ausgebildet. „Deshalb ist es extrem wichtig, dass sich in Alten- und Pflegeheimen auch das Personal gegen Influenza impfen lässt. Schließlich können ungeimpfte Pflegekräfte - auch wenn die Erkrankung gar nicht ausbrechen oder mild verlaufen sollte - als Überträger der Influenza-Viren agieren und dabei eben auch ältere, schutzlosere Menschen anstecken, für die das dann möglicherweise lebensgefährlich wird", warnt Dr. Walger.
Grenzt Nicht-Impfen an Fahrlässigkeit?
Im Zeitraum 2008 bis 2013 hat das Robert-Koch Institut hierzulande 289 Influenza-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen registriert. „Angesichts der potenziellen Gefährdung der Heimbewohner sollte ein Nicht-Impfen der Beschäftigten in Pflegeheimen kritisch gesehen werden. Angehörige sollten sich daher unbedingt erkundigen, welche Impfpolitik im Alten- oder Pflegeheim praktiziert wird, bevor sie dort ein Familienmitglied unterbringen", betont Dr. Walger. Grundsätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin allen Menschen, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben, zur Grippe-Schutzimpfung zu gehen. Insofern sollten nicht nur verantwortungsbewusste Pflegeheime ihre Beschäftigten und Bewohner routinemäßig impfen lassen. „Das Gleiche gilt auch für Pflegekräfte im Privatbereich und das gesamte medizinische Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Rehazentren etc. - überhaupt für alle, die häufig Kontakt mit älteren Menschen haben bzw. mit ihnen in der Familie zusammenleben", bekräftigt Dr. Walger.
Quelle: äin-red
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