17.02.2015

Ingwerpräparate können bei Arthrose helfen

Patienten, die unter einer Knie- oder Hüftarthrose leiden, können ihre Beweglichkeit und Schmerzen durch eine Therapie mit Ingwerpräparaten verbessern. Das berichtet die Universität Kopenhagen.

Ingwer wird in der asiatischen Medizin bereits seit Jahrhunderten zur Behandlung von Schmerzen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Es wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe des Ingwers bestimmte Enzyme (wie z.B. Cyclooxygenase, Lipoxygenase) hemmen, die eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen spielen und dadurch einen anti-entzündlichen Effekt entfalten. Tatsächlich können Patienten, die unter einer Knie- oder Hüftarthrose leiden, ihre Beweglichkeit und Schmerzen durch eine Ingwertherapie verbessern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Kopenhagen (siehe Osteoarthritis and Cartilage, online-Veröffentlichung am 7.10.2014). Dazu haben Else Bartels und ihre Kollegen die Daten aus fünf Studien mit insgesamt 593 Patienten analysiert, die zur Behandlung ihrer Knie- oder Hüftarthrose verschiedene orale Ingwerpräparate (mit einer Tagesdosis von 500-1000 mg Ingwer) eingenommen hatten. Im Vergleich zur Plazebo-Gruppe konnten die Teilnehmer der Ingwer-Therapie eine deutliche Verringerung ihrer Schmerzen und  Bewegungseinschränkungen erreichen.

Da Arthrose eine langwierige Erkrankung ist, ist es nach Angaben der Forscher wichtig, die einzusetzenden Therapeutika nicht nur nach ihrem Nutzen sondern auch im Hinblick auf ihre unerwünschten Nebenwirkungen auszusuchen. Bekanntlich müsse bei nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) - insbesondere wenn sie zur Behandlung von Arthrosen längerfristig zum Einsatz kommen - mit Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems und des Magen-Darm-Traktes gerechnet werden. Demgegenüber rufen Ingwerpräparate offenbar keine schwerwiegenden Beschwerden hervor, wenn auch ihr Geschmack von manchen Studienteilnehmern beanstandet wurde. Zurückhaltend in Bezug auf die Einnahme von Ingwerpräparaten sollten allerdings Patienten sein, die zusätzlich andere Medikamente (wie z.B. Vitamin-K-Antagonisten) einnehmen, weil Ingwer gerinnungshemmend wirkt.

Zusammenfassend könnten Ingwerpräparate - sollten die Ergebnisse dieser Metastudie sich in weiteren Studien bestätigen lassen - künftig eine gute und nebenwirkungsärmere Alternative zur Behandlung von Arthrose bieten.

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