23.01.2011

Internisten rufen zur Grippeimpfung auf

Auch auf Deutschland rollt die alljährliche Grippewelle zu, gegen die sich aber mit einer Impfung schützen lässt. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hin.

Angesichts der europaweit steigenden Zahl von Influenza-Erkrankungen ruft der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) die Bevölkerung zur Grippeimpfung auf. „Eine Influenza-Infektion kann selbst bei gesunden Menschen zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen", erklärt Dr. med. Peter Walger, Internist am Universitätsklinikum Bonn und Infektionsexperte des BDI. „Die Grippeimpfung ist der beste Schutz, um dem nicht unerheblichen Gesundheitsrisiko durch Influenza-Viren vorzubeugen. Allerdings bleibt nicht mehr viel Zeit, sich impfen zu lassen, da es nach der Impfung 10 bis 14 Tage dauert, bis der Organismus einen wirksamen Immunschutz aufgebaut hat." Durch die Influenza besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch kranke Patienten und Schwangere. „Diesen Risikogruppen ist der Grippeschutz unbedingt anzuraten, weil ihr geschwächtes Immunsystem sie für Influenza-Viren besonders leicht angreifbar macht", betont Walger. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt die Grippeimpfung außerdem medizinischem Personal, Beschäftigten in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit viel Umgang mit anderen Menschen haben, weil sie durch eine Ansteckung insbesondere immungeschwächte Menschen gefährden können und durch ihre vielen Kontakte in erheblichem Maße zur Ausbreitung der Influenza beitragen.  

Diesjährige Grippewelle hat sich bereits europaweit ausgebreitet

Unterdessen werden immer mehr Länder in Europa von einer heftigen Grippewelle erfasst. Am stärksten sind zurzeit die Schweiz, England, Irland, Norwegen und Dänemark betroffen. In der Schweiz wurde mittlerweile der Schwellenwert zur Grippe-Epidemie um fast das Dreifache überschritten. Noch härter trifft es England, wo die schlimmste Grippewelle seit 10 Jahren tobt. Die Influenza führt dort bereits zu einer Beeinträchtigung der medizinischen Versorgung. „Es sind mittlerweile so viele Ärzte und Praxispersonal erkrankt, dass vielerorts die Sprechzeiten in Arztpraxen gekürzt und Operationen in Kliniken abgesagt oder verschoben werden müssen", berichtet Walger. „Eine solche Situation kann auch hierzulande jederzeit eintreten, weil die Impfraten gegen Grippe bei Ärzten sowie Praxis- und Klinikpersonal in Deutschland leider viel zu niedrig sind. Hier müssen wir stärker an das Verantwortungsbewusstsein der medizinischen Berufsgruppen appellieren." 15 weitere europäische Länder - darunter auch Deutschland - berichten derzeit noch von einer mittleren Influenzaaktivität, allerdings mit steigender Tendenz. „Die Situation in Europa deutet darauf hin, dass wir in Kürze mit einem Überschwappen der Grippewelle auf Deutschland rechnen müssen." Rund 70 Prozent der Influenza-Infektionen werden derzeit durch das neue Grippevirus A (H1N1) verursacht. Der Grippeimpfstoff für die Saison 2010/2011 enthält Anteile des neuen H1N1-Virus, eines Influenza A H3N2-Virus und eines Influenza-Virus vom B-Typ und erzielt damit eine gute Schutzwirkung gegen aktuell zirkulierende Influenza-Viren.