09.09.2008
Kampf gegen resistente Tumore erfolgreich
Eine Blockade des zelleigenen Recyclingsystems macht Krebszellen für Bestrahlung empfindlich...
Bild: Tumor mit versorgenden
Blutgefäßen.Besonders resistente Krebszellen, die einer Tumortherapie durch Bestrahlung widerstehen, werden durch Blockade einer bestimmten Genfamilie wieder empfindlich gegen Bestrahlung. Diesen Effekt konnten Wissenschaftler der Universitätsklinik Heidelberg im Laborversuch zeigen (Cancer Research 2008, 68: Seite 1485). Die Forschungsergebnisse zeigen damit einen neuen möglichen Ansatzpunkt, besonders bösartige Tumoren vernichten zu können.
Jede Körperzelle verfügt über ein Recyclingsystem: Mit bestimmten Werkzeugen werden Eiweiße und Zellorgane, die nicht mehr gebraucht werden, verdaut und die einzelnen Baustoffe wieder verwendet. Das Recyclingsystem wird auch gezielt eingeschaltet, wenn die Zelle wenig Nährstoffe zur Verfügung hat. Sie kann Zellbausteine und Energie dann für die überlebensnotwendigen Vorgänge gebrauchen. Ist die Zelle stark geschädigt, baut dieser als "Selbstfressen" (Autophagie) bezeichnete Vorgang die Zelle sogar ganz ab. Die Zelle begeht dann sozusagen einen geregelten Selbstmord (Apoptose).
Hier sehen die Forscher eine mögliche Verbindung zur Entstehung von Krebs: Wenn die Autophagie-Prozesse gestört sind, werden geschädigte Zellen nicht beseitigt und können zu Tumoren auswachsen. Außerdem gehen die Heidelberger Wissenschaftler davon aus, dass aggressive Tumorzellen die Prozesse des zelleigenen Recyclingsystems nutzen, um einer Tumortherapie durch Bestrahlung zu widerstehen. Denn sie konnten an strahlenresistenten Zellen verschiedener Tumoren zeigen, dass Bestrahlung Krebszellen effektiv abtötet, wenn die Recycling-Gene blockiert werden.
