10.06.2012
Kardiologische Reha verhilft Herzpatienten zu gesünderem Lebensstil und längerem Leben
Patienten mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen, die an einem kardiologischen Rehabilitationsprogramm teilgenommen haben, praktizieren einen gesünderen Lebensstil.
Das Ziel eines kardiologischen Rehabilitationsprogramms besteht darin, Patienten mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen nach der Akutbehandlung eines Herzinfarktes oder einer anderen schweren kardiovaskulären Erkrankung dazu zu verhelfen, gesündere Lebensgewohnheiten anzunehmen und Risikofaktoren für Herz und Blutgefäße zu minimieren. „Patienten mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen, die an einem kardiologischen Rehabilitationsprogramm teilgenommen haben, legen gesündere Essgewohnheiten an den Tag und absolvieren häufiger sportliche Übungen als Patienten, die keine Reha gemacht haben - das belegen u.a. Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Granada - siehe Annals of Nutrition and Metabolism 2011, Band 58/3, Seite 223-224 (Abstract Nr. 27/632 auf S. 223)", berichtet Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim. „Solche Veränderungen des Lebensstils sind erforderlich, um kardiovaskulären Erkrankungen effektiv vorzubeugen. So können die positiven Effekte einer kardiologischen Reha dazu beitragen, erneut auftretende Herzkreislaufnotfälle tatsächlich zu verhindern und damit auch das Sterberisiko der Patienten deutlich zu senken. Wir Kardiologen können deshalb eine Reha nur empfehlen."
Teilnahme an ambulanten Herzgruppen nach Ablauf der Reha empfohlen
Im Mittelpunkt eines kardiologischen Rehabilitationsprogramms, das in einem ambulanten Therapiezentrum oder in einer Rehabilitationsklinik durchgeführt werden kann, stehen Bewegungstherapie, Ernährungsberatung und Gesundheitsaufklärung sowie die psychische Stabilisierung der Patienten. Falls erforderlich werden auch Verfahren zur Bewältigung von Depressionen, Angststörungen und Stress vermittelt. „Nach Ablauf der Reha empfiehlt sich die Teilnahme an ambulanten Herzgruppen, um die Wiedereingliederung ins Alltags- und Berufsleben zu erleichtern und die Patienten gleichzeitig zu einer konsequenten Fortführung des in der Reha erlernten, positiven Lebensstils zu motivieren", betont Smetak. „Regelmäßige sportliche Aktivitäten - am besten in Form von Ausdauertraining auf dem Ergometer, durch Laufen oder auch Schwimmen (Letzteres allerdings nur bei ausdrücklicher Erlaubnis durch den Kardiologen) - können das Leben von Herzpatienten (ähnlich effektiv wie die Reduktion von Übergewicht und spezielle Medikamente) deutlich verlängern, vorausgesetzt die Intensität der Trainingstherapie ist optimal auf die individuelle Leistungsfähigkeit des Patienten abgestimmt. Ein trainiertes Herz ist einfach belastbarer und damit auch überlebensfähiger!"
