10.01.2017

Körperliche Fitness schützt vor Berufsstress

Fit zu sein schützt auch vor Gesundheitsrisiken, die in beruflich bedingten Stresssituationen ansteigen. Gerade in Zeiten mit hoher Stressbelastung lohnt es sich daher, körperlich aktiv zu bleiben.

Dass Fitness und Wohlbefinden miteinander einhergehen, ist bekannt. Doch körperlich fit zu sein, bietet auch Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn man sich durch Stress bei der Arbeit besonders belastet fühlt. Wie Sportwissenschaftler der Universität Basel und Kollegen aus Schweden berichten (siehe Medicine & Science in Sports & Exercise 2016, Band 48/11, Seite: 2075-2081) lohnt es sich gerade bei hoher Stressbelastung, körperlich aktiv zu bleiben. 

Psychosozialer Stress ist einer der wichtigsten Faktoren, die bei Berufstätigen zu krankheitsbedingten Fehltagen führen. Diese Art von Stress wird von einem eingeschränkten seelischen Wohlbefinden und erhöhten depressiven Symptomen begleitet. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Risikofaktoren wie hoher Blutdruck und ein ungünstiges Blutfettprofil. Umgekehrt ist eine gute Fitness mit weniger depressiven Symptomen und weniger kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert.

Die Daten aktueller Studie zeigen, dass körperliche Fitness vor allem dann Schutz bietet, wenn berufstätige Personen bei der Arbeit ein hohes Maß an Stress wahrnehmen. Dafür nahmen die Forscher die Fitness von knapp 200 schwedischen Arbeitnehmenden - 51% Männer, Durchschnittalter 39 Jahre - mithilfe eines sogenannten Fahrradergometer-Tests auf. Zudem erfassten sie verschiedene bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck, Body-Mass-Index, Cholesterol, Triglyceride und Glykohämoglobin. Die Teilnehmenden wurden schließlich gebeten, über ihr aktuelles Stressempfinden Auskunft zu geben.

Die Studie des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) der Universität Basel, des Institute of Stress Medicine sowie des Sahlgrenska University Hospital in Göteborg verdeutlicht erwartungsgemäß, dass gestresste Personen in den meisten kardiovaskulären Risikofaktoren höhere Werte aufweisen. Weiter ließ sich bestätigen, dass die kardiovaskuläre Fitness mit nahezu allen Risikofaktoren in Verbindung steht, wobei die Risikofaktoren bei körperlich Fitten weniger hoch ausgeprägt sind.

Die Forscher haben nachgewiesen, dass die individuelle Fitness sowohl die subjektive Stresswahrnehmung als auch die kardiovaskulären Risikofaktoren beeinflusst. Unter Personen, die ihren beruflichen Alltag als besonders stressig empfanden, waren die Unterschiede zwischen hohem, mittlerem und tiefem Fitnessniveau besonders stark ausgeprägt. So übersteigen beispielsweise bei hoher Stressbelastung die LDL-Cholesterol-Werte den klinisch relevanten Grenzwert, wenn Arbeitnehmer ein niedriges Fitnessniveau aufweisen - nicht aber bei Personen mit hoher Fitness. Bei geringer Stressbelastung wurden dagegen weitaus geringere Differenzen zwischen den Fitnessniveaus beobachtet.

„Diese Befunde sind vor allem deshalb wichtig, weil Menschen gerade bei Stress dazu neigen, sich weniger häufig körperlich aktiv zu betätigen", meint Prof. Dr. Markus Gerber von der Abteilung Sport und Psychosoziale Gesundheit des DSBG der Universität Basel. Weiter habe die Studie direkte Implikationen für die Therapie und Behandlung stressbezogener Erkrankungen.

Quelle: Universität Basel