23.11.2014

Mehr Bewegung senkt Risiko für Vorhofflimmern bei Frauen nach der Menopause

Wer täglich stramm spazieren geht oder sich bei einer anderen körperlichen Aktivität zum Schwitzen bringt, kann die Gefahr, eine Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern zu entwickeln, merklich senken.

Frauen nach der Menopause können durch mehr Bewegung ihr Risiko verringern, an Vorhofflimmern zu erkranken - insbesondere auch wenn sie übergewichtig sind. Darauf weisen Experten des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse sowie anlässlich der bundesweiten Herzwochen hin - einer Kampagne, die vom 1. bis 30. November 2014 auf das Thema „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen" aufmerksam machen will.

Vorhofflimmern ist die häufigste Form unter den Herzrhythmusstörungen und kann sich durch Herzrasen, Unruhe und Atemnot bemerkbar machen. Wenn das Herz nicht im gewohnten Rhythmus schlägt, können die Lunge, das Gehirn und weitere wichtige Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. „Außerdem steigt das Risiko für einen Schlaganfall, wenn Herzrhythmusstörungen über längere Zeit anhalten", warnt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Denn dann wird die Pumpfunktion in den Herzvorhöfen durch die Rhythmusstörung so eingeschränkt, dass sich dort Blutgerinnsel bilden können. Wird ein solches Gerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült, kann es dort ein Gefäß verstopfen und einen Schlaganfall auslösen."

Vor allem Übergewichtige profitieren von Aktivitätssteigerung

Übergewicht ist ein weiterer, eigenständiger Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen. Wer allerdings täglich mehr als zehn Minuten stramm spazieren geht oder sich bei einer anderen körperlichen Aktivität zum Schwitzen bringt, kann die Gefahr, eine Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern zu entwickeln, merklich senken - und zwar besonders deutlich, wenn er ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hat. Das haben Forscher der Stanford University School of Medicine in einer elfeinhalb jährigen Studie mit 81.000 post-menopausalen Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren nachgewiesen (siehe Journal of the American Heart Association, Online-Veröffentlichung am 20.8.14). „Frauen, die mindestens sechsmal pro Woche einen halbstündigen, strammen Spaziergang machen oder zweimal pro Woche eine Stunde Radfahren, haben der Studie zufolge ein um zehn Prozent geringeres Risiko für Vorhofflimmern als inaktive Frauen, die sich weniger als zehn Minuten pro Woche aktiv bewegen", berichtet Dr. Wesiack. „Selbst Frauen, die nur moderat sportlich aktiv sind und z.B. nur zweimal pro Woche eine halbe Stunde lang stramm spazieren gehen, können ihr Risiko im Vergleich zu inaktiven Frauen immerhin noch um sechs Prozent senken."

Quelle: äin-red

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