04.04.2018

Menstruationszyklus kann Blutzuckerschwankungen hervorrufen

Frauen mit Diabetes sollten bei Blutzuckerschwankungen auch ihre Zyklusphase als Ursache in Betracht ziehen und die Insulingaben darauf abstimmen. Am 5.4. findet ein Chat zum Thema statt.

Knapp sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes. Die Betroffenen müssen auf ihre Stoffwechsellage, insbesondere ihren Blutzuckerspiegel, achten und sie mittels einer je nach Diabetestyp abgestimmten Therapie im Gleichgewicht halten. Faktoren wie mangelnde Bewegung, ungünstige Ernährung und Stress wirken sich auf die Stoffwechsellage aus. Bei Frauen kann sich auch der Menstruationszyklus auf die Stoffwechsellage auswirken. Bei Blutzuckerschwankungen sollten Frauen deshalb auch immer ihre Zyklusphase als Ursache in Betracht ziehen und ihre Insulingaben darauf abstimmen. Worauf insbesondere Frauen mit Diabetes achten sollten und welchen Einfluss der weibliche Zyklus auf den Diabetes haben kann, erklärt Dr. med. Ute Schäfer-Graf im Expertenchat der Deutschen Diabetes-Hilfe (diabetesDE). Dieser findet am Donnerstag, den 5. April 2018 von 17.00 bis 19.00 Uhr statt. Die Expertin beantwortet Fragen rund um das Thema „Diabetes und der weibliche Zyklus“. Interessierte können ihre Fragen schon jetzt unter www.diabetesde.org/chat einsenden.

Der Menstruationszyklus beeinflusst die Insulinempfindlichkeit und damit auch die Stoffwechsellage von Mädchen und Frauen mit Diabetes. „Wie stark diese Auswirkungen sind, ist individuell sehr verschieden“, erklärt Dr. med. Ute Schäfer-Graf, Leiterin des Diabeteszentrums für Schwangere am St. Joseph Krankenhaus in Berlin. „Mädchen und Frauen mit Diabetes sollten ihren Zyklus daher beobachten und bei Bedarf Insulingaben entsprechend anpassen.“

Die für den Zyklus verantwortlichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron beeinflussen auch den Blutzuckerspiegel: Einige Tage vor Einsetzen der Regelblutung sind der Östrogen- und Progesteronspiegel hoch. „Viele Frauen mit Diabetes bemerken in dieser Phase einen erhöhten Blutzuckerspiegel“, berichtet Dr. Schäfer-Graf. Mit dem Einsetzen der Regel sinken Östrogen- und Progesteronspiegel und parallel dazu häufig auch die Blutzuckerwerte. „Doch die Diabeteserkrankung beeinflusst auch den Zyklus insgesamt“, betont die Expertin: „Frauen mit Diabetes haben häufig längere Zyklen, stärkere Blutungsphasen und mehr Menstruationsbeschwerden als stoffwechselgesunde Frauen.“

„Was viele Frauen nicht wissen ist, dass starke Blutzuckerschwankungen auch vor besonderen Phasen des weiblichen Zyklus auftreten können“, so Dr. Schäfer-Graf. „Sowohl bei jungen Mädchen mit Diabetes Typ 1 als auch bei älteren Frauen mit Diabetes können in den Wochen vor der ersten Periode beziehungsweise vor dem Einsetzen der Wechseljahre Phasen einer erhöhten Insulinresistenz auftreten“, erklärt die Diabetologin und Gynäkologin. Diese Insulinresistenzen müssen durch höhere Insulingaben ausgeglichen werden. Beobachten Frauen mit Diabetes für sie unerklärliche Blutzuckerschwankungen, sollten sie neben ihren Blutzuckerwerten auch ihren Menstruationszyklus protokollieren und ihren behandelnden Diabetologen darauf ansprechen. Bei Diabetes Typ 1 können sie ihre Insulingaben oder auch die -Zusammensetzung gemeinsam entsprechend korrigieren. Bei Frauen mit Diabetes Typ 2, die ohne Insulin behandelt werden, kann mehr Bewegung den Blutzuckerspiegel regulieren.

Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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