10.04.2011
Nach einer Denguefieber-Erkrankung sind weiterhin Tropenreisen möglich
Wer eine Infektion mit Dengue-Fieber durchgemacht hat, muss Verbreitungsgebiete des Virus nicht fortan meiden. Wieso nicht, erläutern die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Es ist nicht gerechtfertigt Reisenden, die eine Infektion mit Dengue-Fieber durchgemacht haben, von weiteren Aufenthalten in Verbreitungsgebieten abzuraten. Darauf weisen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hin. „Nach den vorliegenden Daten gibt es derzeit keine Evidenz dafür, dass deutsche Reisende oder Auslandsbeschäftigte bei wiederholter Dengue-Fieber-Erkrankung vermehrt gefährdet sind", erläutert Prof. Thomas Löscher unter Berufung auf eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) zum Risiko wiederholter Dengue-Fiebererkrankungen. „Schwere Verläufe oder gar Todesfälle durch Dengue wurden bei Erst- und Zweitinfektionen mit ähnlicher Häufigkeit beobachtet und sind bei europäischen Reisenden insgesamt selten."
Hintergrund:
Beim Dengue-Fieber entsteht nur gegen jeweils einen der insgesamt vier Virustypen eine anhaltende Immunität. Daher sind bei erneuter Exposition weitere Infektionen möglich. Bislang wurde aufgrund epidemiologischer Daten in den Verbreitungsgebieten in Asien und Lateinamerika angenommen, dass schwere Verläufe wie hämorrhagisches Dengue-Fieber oder Dengue-Schock-Syndrom gehäuft bei Zweitinfektionen bzw. erneuten Infektionen mit einem anderen Virustyp auftreten würden, weil die bei der Erstinfektion gebildeten Antikörper die Immunreaktion bei der Zweitinfektion verstärken könnten (so genannte antibody dependent enhancement Hypothese, ADE). Die Ergebnisse prospektiver Studien hierzu sind allerdings widersprüchlich, denn schwere Verläufe wurden sowohl nach Erst- als auch nach Zweitinfektionen beobachtet.
Konsequenter Mückenschutz empfohlen sowie Warnung vor Aspirin
Die Internisten vom BDI schließen sich der Empfehlung der DTG an, bei Aufenthalten in den Verbreitungsgebieten einen konsequenten Mückenschutz gegen tag- und nachtaktive Mücken vorzunehmen. „Zudem sollten bei fieberhaften Erkrankungen während oder nach Aufenthalten in den Verbreitungsgebieten bestimmte Medikamente zur Fiebersenkung - so genannte Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure - nicht eingenommen werden, da diese das Blutungsrisiko beim Vorliegen eines Dengue-Fiebers stark erhöhen können", warnt Löscher.
