15.11.2007
Nanopartikel als neue Behandlungsmethode bei rheumatoider Arthritis
Winzige Zellpartikel könnten möglicherweise in Zukunft die Behandlung von Rheuma-Patienten verbessern...
Bei rheumatoider Arthritis liegt eine schwere Störung des Immunsystems vor. Immunzellen greifen Körperzellen an und zerstören dadurch Gelenke. Wissenschaftler aus Düsseldorf und den USA haben nun winzig kleine Zellpartikel - so genannte Exosomen - entdeckt, die das Immunsystem beeinflussen und zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden könnten.
Exosomen werden von den weißen Blutkörperchen produziert. Ihre Größe beträgt 65-100 Nanometer an (1 Nanometer entspricht 1 Millionstel Millimeter). Sie sind also etwa 1000-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Durch die Exosomen lernt das Immunsystem wieder, eigene und fremde Zellen zu unterscheiden. Außerdem haben sie eine stark entzündungs- und schmerzhemmende Wirkung.
Erste positiv Erfahrungen in klinischen Tests
Erste klinische Erfahrungen bei Rheuma-Patienten deuten darauf hin, dass die Exosomen wirksam sind und sicher anwendbar sind. So profitierten Patienten, bei denen klassische Basistherapien (Kortison, Methotrexat, Anti-TNF) nicht ausreichten, von der neuen Substanzklasse: Die Behandlung mit Exosomen bewirkte einen Stillstand der Entzündung in einzelnen Gelenken.
"In der klinischen Anwendung hat sich die Rheumatherapie mit Exosomen in Einzelfällen als wirksam und sicher erwiesen", fasst Prof. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie in Berlin die Ergebnisse zusammen. Insbesondere wenn die Basistherapie nicht ausreiche, könne die Exosomen-Therapie die Behandlungsmethoden in bestimmten Fällen ergänzen. Große klinische Studien müssen aber noch zeigen, ob die lokale Behandlung mit Exosomen langfristig Vorteile gegenüber den herkömmlichen Therapien bietet bzw. diese dauerhaft ergänzt.
