Kortison

Kortison ist eine inaktive Vorstufe des Hormons Kortisol, auch Hydrokortison genannt, die im Körper in das aktive Hormon umgewandelt wird. Kortisol gehört zur Hormongruppe der Glukokortikoide und reguliert in erster Linie den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel des Körpers. Es wird in der Nebennierenrinde gebildet, wirkt entzündungshemmend und unterdrückt das Immunsystem.

Es gibt verschiedene Kortison-Präparate auf dem Markt, z.B. Prednison/Prednisolon, Triamcinolon, Cloprednol, Dexamethason oder Betamethason. Diese werden vor allem zur Unterdrückung des Immunsystems und Behandlung von Entzündungsreaktionen verabreicht, beispielsweise bei Asthma, Allergien, rheumatoiden Erkrankungen, Morbus Crohn oder Abstoßungsreaktionen nach einer Organtransplantation. Kortison wird meist als Tablette eingenommen, kann aber beispielsweise Rheuma-Patienten auch direkt in die betroffenen Gelenke gespritzt werden, wenn die Basistherapie in einzelnen Gelenken nicht ausreichend wirksam ist. Zudem gibt es Kortison-haltige Salben zu Behandlung von Entzündungsreaktionen der Haut. Kortison-haltige Sprays können auch zur Behandlung allergischer Reaktionen oder von Asthma angewandt werden. Kortison bewirkt in diesem Zusammenhang ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit der Bronchien.

Kortison kann zu einem Abbau der Knochensubstanz führen (Osteoporose), wenn es über einen langen Zeitraum eingenommen wird. Außerdem können bei langer Einnahme oberhalb der sogenannten Cushing-Schwelle (in der Regel mehr als 7,5-10 Milligramm Prednisolon-Äquivalent) gehäuft Infektionen auftreten. Auch eine Gewichtszunahme ist dann unvermeidlich. Wenn möglich wird daher Kortison in der Langzeitbehandlung nur in niedriger Dosierung gegeben.

Patienten, die lange Kortison einnehmen, werden regelmäßige Knochendichtemessungen empfohlen, um Knochenschwund rechtzeitig zu erkennen und entsprechend vorbeugend zu behandeln. Bei niedriger Kortisondosierung (zwischen 2 und 5 Milligramm Prednisolon-Äquivalent) sind Nebenwirkungen wie Knochenschwund, Infektionen, Gewichtszunahme selten oder gering ausgeprägt.

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