24.02.2022

Neue minimal-invasive Therapiemöglichkeit bei schwerer Bauchspeicheldrüsenentzündung

Ein neues, endoskopisches Vorgehen, um bei einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung krankes Gewebe im Bauchraum zu entfernen, wurde am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) entwickelt.

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kann einen schweren und zum Teil intensivpflichtigen Krankheitsverlauf nehmen und in diesen Fällen zu einer Zerstörung von Gewebe der Bauchspeicheldrüse und des umliegenden Gewebes im Bauchraum führen. Bei dieser Verlaufsform, der sogenannten nekrotisierenden Pankreatitis, kann es zu Infektionen des nekrotischen Gewebes, zu einer Sepsis und zum Organversagen kommen. Die Patienten müssen oft über Wochen auf Intensivstation behandelt werden.

Jetzt wurde am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) für Patienten mit einer schweren, nekrotisierenden Bauchspeicheldrüsenentzündung ein neues endoskopisches Behandlungsverfahren etabliert, um krankes Gewebe im Bauchraum zu entfernen. Diese innovative Therapie kann über den Arbeitskanal eines Endoskops in den entsprechenden Regionen des Bauchraumes eingesetzt werden, womit eine kontrollierte und schnelle Abtragung des kranken Gewebes durch einen minimalen Eingriff für den Patienten ermöglicht wird.

Im Einzelnen wird bei den kritisch kranken Patienten endoskopisch, minimal-invasiv ein Zugang aus dem Magen in die Regionen mit Nekrosen angelegt und mit einem kleinen Metallstent offengehalten. Dieser Zugang wird genutzt, um dann mit dem Endoskop das kranke und superinfizierte Gewebe zu entfernen. Das neue Instrument kann dabei über den Arbeitskanal des Endoskops genutzt werden. Es zerkleinert das nekrotische Material so, dass es direkt abgesaugt werden kann.

„Wir kennen ähnliche technische Verfahren zur Abtragung von Gewebe aus anderen Bereichen der Medizin und sind froh, dass wir jetzt unseren Patienten eine innovative, fortschrittliche, endoskopische Technik anbieten können. Wir freuen uns, ein sicheres und sehr schonendes Verfahren in der endoskopischen Therapie dieser häufig kritisch und schwer kranken Patienten anbieten zu können“, so Privatdozent Dr. Arne Kandulski, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Endoskopie der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg.

„Die endoskopische, minimalinvasive Abtragung der Nekrosen im Bauchraum verbessert die Prognose unserer schwerstkranken Patienten.“ In der komplexen Behandlung dieser schweren Verlaufsformen der Pankreatitis bedarf es der Integration und Interaktion verschiedener Therapieoptionen und Fachdisziplinen. „Die endoskopische Therapie ist ein Baustein in der Therapie, wir arbeiten eng mit den Kollegen der Intensivmedizin und den Fachkollegen der Radiologie und Viszeralchirurgie zusammen, um unseren Patienten die bestmögliche Therapie zu gewährleisten“, erläutert PD Dr. Kandulski.

„Das gesamte Team schätzt sich glücklich, dieses neue Verfahren einer innovativen endoskopischen Behandlung am UKR anbieten zu können. Somit ist es uns möglich, unseren Patienten eine bessere Chance zu bieten, diese schwere Erkrankung gut zu überstehen“, freut sich Professor Dr. Martina Müller-Schilling, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg (UKR)


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