02.06.2022

Neue Therapie beim Raynaud-Syndrom vielversprechend

Die sog. neuromodulative Behandlung ist eine neue, vielversprechende Therapie zur Behandlung des schweren Raynaud--Phänomens, die am Universitätsklinikums Bonn entwickelt wurde.

Weiße, eiskalte Finger sind das wohl ausgeprägteste Symptom beim Raynaud-Syndrom oder -Phänomen. Auch wenn der Name vielleicht nicht geläufig ist, tritt die Krankheit häufig (bis zu 5 Prozent der Bevölkerung) auf. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen und Frauen, aber auch Männer leiden darunter. Kälte und Stress sind die Auslöser, ebenso wie das Rauchen. Beim Raynaud-Phänomen handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der die Blutgefäße krampfartig verengt werden und Zehen und Finger dadurch zu wenig durchblutet sind. Das kann im Extremfall zur Gefahr werden und zum Absterben und Verlust einzelner Finger oder Zehen führen.

Während das etwa 80 Prozent aller Fälle ausmachende primäre Raynaud-Phänomen ohne andere Krankheitssymptome auftritt, liegen bei einer sekundären Erkrankung oft andere, vor allem rheumatologische Grunderkrankungen vor. Leichte Fälle von Raynaud können durch Präventionsmaßnahmen wie Schutz vor Kälte (z.B. das Tragen von Baumwollhandschuhen), Entspannungsübungen oder Nikotinentzug therapiert werden. „Der Leidensdruck bei Schwererkrankten ist aber oft extrem groß, da die Anfälle unkontrollierbar und Betroffene mitunter in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind. Medikamente helfen meist nicht ausreichend“, so PD Dr. Valentin Schäfer, Leiter der Sektion Rheumatologie und klinische Immunologie am UKB.

Seit kurzem gibt es die Hoffnung, auf eine neue Therapiemöglichkeit. Dafür haben sich PD Dr. Schäfer und Prof. Jaroslaw Maciaczyk, Leiter der Sektion Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie am UKB, zusammengetan und eine Pilotstudie ins Leben gerufen. Darin werden schwer erkrankte Patientinnen und Patienten mit einem schweren Raynaud- Phänomen eingeschlossen. „Die neue Therapie beinhaltet eine Rückenmarkstimulation. Den Erkrankten wird in einer OP minimalinvasiv ein kleines Implantat in der Nähe des Rückenmarkes eingesetzt, das Stromimpulse abgibt, die dafür sorgen, dass die Gefäße – vor allem in den Fingern und Zehen – weiter werden“, erläutert Prof. Maciaczyk. Die Behandlung ist unschädlich für den Körper und zeigt sich nach den ersten Auswertungen im Falle der vom primären und sekundären Raynaud- Phänomen betroffenen Patienten als sehr wirksam. Wenn die Ergebnisse sich im Laufe der Studie weiter bestätigen, bedeutet das eine große Errungenschaft für die bisher unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten beim Raynaud- Phänomen.

Betroffene können sich zur Diagnostik und bei Interesse an der Studie in der Rheumatologie und klinischen Immunologie, Medizinische Klinik III oder der Sektion stereotaktische und funktionelle Neurochirurgie des UKB melden:

Sekretariat funktionelle Neurochirurgie:
Karin.Ittner@noSpam.ukbonn.de  
Tel.: +49 228 287-16531

Quelle: Universitätsklinikum Bonn (UKB)


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