01.04.2010
Pflanzliche statt tierische Fetten verringern tatsächlich Risiko für Herzerkrankung
In einer aktuellen Studie wurde der direkte Zusammenhang zwischen der Zufuhr von mehrfach gesättigten Fettsäuren und einem verringerten Herzinfarktrisiko nachgewiesen...
Es wurde vielfach nachgewiesen, dass die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie in pflanzlichen Ölen vorkommen, anstatt gesättigten Fettsäuren aus Produkten tierischen Ursprungs wie zum Beispiel in Butter oder Käse den Gehalt an schädlichem Cholesterin im Blut senken. Das schädliche Cholesterin wiederum verstärkt die Arteriosklerose und damit das Herzinfarktrisiko. „Bisher wurde jedoch der direkte Effekt der ungesättigten Fettsäuren auf das Risiko einer Herzerkrankung überraschend wenig belegt. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt aber, dass der Ersatz gesättigter durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße beinahe um ein Fünftel verringert", berichtet Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Dariush Mozaffarian von der Harvard Universität. Die Arbeit wurde im Online-Fachmagazin PLoS Medicine veröffentlicht.
Die Wissenschaftler analysierten dabei 8 Untersuchungen mit insgesamt 13614 Teilnehmern. Insgesamt kam es dabei zu 1042 Fällen von Erkrankungen des Herzens. „Die Meta-Analyse der Studien ergab, dass eine Verringerung der Zufuhr von gesättigten zugunsten von mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Gefahr einer Erkrankung der Herzkranzgefäße um 19% reduzierte. Eine Erhöhung des Anteils von ungesättigten Fettsäuren an der gesamten Energiezufuhr verringert dabei das Risiko einer Herzerkrankung um 10%", erklärt Dr. Smetak.
In den vergangenen Jahren wurde seitens der Lebensmittelindustrie der Gehalt an gesättigten Fettsäuren in vielen Nahrungsmitteln verringert. Vielfach wurden die gesättigten Fettsäuren in Fertigprodukten jedoch durch so genannte Trans-Fettsäuren ersetzt, die ebenfalls die Cholesterinwerte verschlechtern. „Insbesondere in Fertigbackwaren wie Chips und Keksen sowie Pommes frites, Tütensuppen und zahlreichen Süßigkeiten finden sich größere Mengen dieser Fettsäuren, die bei der industriellen Verarbeitung von Pflanzenfetten entstehen. Bei Margarine konnte der Anteil von trans-Fettsäuren reduziert werden. Am besten ist es in jedem Fall, auf unbehandelte pflanzliche Öle zurückzugreifen, um den Fettbedarf zu decken", empfiehlt der BNK-Vorsitzende.
