17.05.2015

Reisetipps für Diabetiker

Auf Reisen sollten Menschen mit Diabetes insbesondere extreme Klimabedingungen am Urlaubsort bei der Therapie berücksichtigen. Dazu rät die Deutsche Diabetes Hilfe.

Bei Reisen ins Ausland haben viele Menschen mit Diabetes Bedenken. Sie befürchten, keine Hilfe zu erhalten oder sich nicht verständigen zu können, wenn beispielsweise der Blutzuckerspiegel entgleist. Dabei steht Urlaubserlebnissen nichts im Wege, sofern diese gut geplant sind.

Exotische Fernreisen und Actionurlaub sind für Menschen mit Diabetes heute kein Tabu mehr. „Betroffene sollten jedoch extreme Klimabedingungen am Urlaubsort bei der Therapie berücksichtigen", erklärt Aline Didas. Etwa in Wüstengebieten oder in den Tropen verschlechtere sich oft die Glukosetoleranz der Körperzellen. Nach dem Essen könne der Blutzuckerspiegel daher stärker ansteigen als bei gemäßigten Temperaturen in Deutschland. „Ab ca. 30 Grad Celsius verliert Insulin zudem seine Wirkung und Glukagon ist kürzer haltbar", betont die Diabetesberaterin.

Insulin sollte daher unbedingt kühl gelagert werden. Doch Vorsicht: Das Insulin nicht einfrieren, denn dadurch verliert das Insulin seine Wirkung und wird unbrauchbar. Insulin sollte zwischen zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Daher rät Didas ihren Patienten die Aufbewahrung des Insulins im Urlaub in der Minibar oder in einer Kühlbox ohne unmittelbaren Kontakt mit den Kühlelementen, da es sonst ebenso zu einem Wirkverlust  kommen kann.

Für Teststreifen, Blutzuckermessgerät und Medikamente gilt: Vor starker Sonneneinstrahlung schützen. „Darüber hinaus empfehle ichmeinen Patienten, für ihre Reise Teststreifen und die benötigten Medikamente in doppelter oder dreifacher Ausführung mitzunehmen", erklärt die Expertin und betont: „Um auch im Urlaub spontan an körperlich anstrengenden Ausflügen teilnehmen zu können, sollten Betroffene immer Traubenzucker mit sich führen." So können sie im Notfall belastungsbedingten Unterzuckerungen entgegenzuwirken.

Planen Menschen mit Diabetes eine Flugreise, sollten sie zusätzlich eine ärztliche Bescheinigung dabei haben, die das Mitführen von Spritzen, Pens, Insulin und Ampullen regelt. „Um während des Fluges Blutzuckerentgleisungen rechtzeitig entgegenzuwirken, rate ich Patienten mindestens alle zwei Stunden den Blutzucker zu messen", sagt Aline Didas. Patienten mit Typ 1 Diabetes sollten außerdem daran denken, Ketonteststreifen auf ihrer Reise mitzunehmen. Darüber hinaus sollten Patienten sich im Flugzeug regelmäßig Bewegen. Das regt den Blutfluss an und beugt Thrombosen vor.