02.01.2024

Reizdarmsyndrom, Blähungen und Co.

Wie sich Verdauungsbeschwerden beim Reizdarmsyndrom in den meisten Fällen lindern lassen, sowie Fragen von Betroffenen beantworten Experten am 3.1.2024 von 18 bis 20 Uhr am Gesundheitstelefon.

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Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine weitverbreitete gastrointestinale Störung, die mit anhaltenden oder immer wiederkehrenden Darmbeschwerden einhergeht und das Leben vieler Menschen erheblich beeinträchtigt. Obwohl Verdauungsprobleme zu den häufigsten Gesundheitsproblemen zählen, sind sie oft noch immer ein schambesetztes Tabuthema. Mit kombinierten Therapieverfahren lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen lindern.

Nicht alle Verdauungsstörungen sind gleichbedeutend mit einem Reizdarmsyndrom. Experten sprechen von der Diagnose RDS wenn die Darmprobleme mehr als drei Monate anhalten und die Lebensqualität sowie den Alltag der Betroffenen einschränken. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die Darmbeschwerden nicht durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden.

Das Reizdarmsyndrom ist weit verbreitet: Weltweit sind mindestens zehn Prozent der Bevölkerung betroffen – Frauen ungefähr doppelt so oft wie Männer. Betroffene haben eine normale Lebenserwartung und es kommt nicht zu Organschäden.

Neben biologischen Ursachen können auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle bei der Entstehung eines Reizdarmsyndroms spielen. „Neue Forschungserkenntnisse zeigen zudem, dass Veränderungen des Darmmikrobioms und der Darm-Hirn-Achse vorliegen. Darm und Gehirn kommunizieren unter anderem über Stoffwechselprodukte der Darmmikroben, Hormone, Botenstoffe und sensorische Neuronen. Die genauen Mechanismen sind zumeist unbekannt, schließen aber neuronale, immunologische und humorale Mechanismen ein“, erklärt Prof. Dr. Martin Storr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie im Zentrum für Endoskopie, Gastroenterologische Praxis in Starnberg.

Die typische Symptomkonstellation beim RDS kann unter anderem Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfungen oder Durchfall umfassen. Mehrere dieser Beschwerden können gemeinsam oder abwechselnd auftreten. Häufig ist ein Symptom besonders ausgeprägt und steht im Vordergrund. Die Symptome können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Psyche der Betroffenen haben.

Die Darm-Erkrankung verläuft meistens chronisch und ist nicht heilbar – jedoch gut therapierbar. Die aktuelle S3-Leitlinie fasst den derzeitigen Wissensstand zur Diagnostik und Behandlung des Reizdarmsyndroms zusammen. „Bei der Behandlung des RDS hat sich eine Kombination verschiedener Ansätze oft als sinnvoll erwiesen. Neben allgemeinen, symptomunabhängigen Maßnahmen kommen spezifische, symptomorientierte Therapien wie beispielsweise Medikamente zum Einsatz. Die Ernährung zählt zu den wichtigen, symptomunabhängigen Ansätzen. Viele Betroffene profitieren von psychotherapeutischen Verfahren. Auch Probiotika zur Modulation des Darm-Mikrobioms sind eine Behandlungsoption“, berichtet PD Dr. Viola Andresen, Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Palliativmedizin, Schwerpunkt funktionelle Gastroenterologie, Leiterin Bauchzentrum am Medizinicum in Hamburg und Koordinatorin der Leitlinie.

Die Experten der Gastro-Liga e. V. beantworten im Rahmen der Aktion „Gesundheitstelefon“ jedem Interessierten und Betroffenen alle Fragen zum Thema „Reizdarmsyndrom, Blähungen und Co.“. Am Mittwoch, 3. Januar 2024, ist das Gesundheitstelefon von 18 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 0641 97481-20 zu erreichen.

Die Gastro-Liga weist darauf hin, dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und keine individuelle Diagnose ersetzen.

Quelle: Gastro-Liga

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