24.05.2016

Rheuma bei Schuppenflechte bleibt häufig unerkannt

Psoriasis-Arthritis lässt sich durch Medikamente und engmaschige Kontrolluntersuchungen gut unter Kontrolle bringen. Dazu muss die Krankheit aber rechtzeitig erkannt werden.

Viele Menschen, die an Schuppenflechte (Psoriasis) leiden, entwickeln zusätzlich Gelenkbeschwerden, die sich mit den Jahren verschlimmern und immer schmerzhafter werden. Diese so genannte Psoriasis-Arthritis, die bei etwa jedem fünften Schuppenflechten-Patienten auftritt, kann sich aber auch mit Sehnenscheiden-, Knochen- und Wirbelsäulenentzündungen äußern. Trotzdem bleibt die Krankheit häufig unerkannt. Dabei ist sie gut behandelbar: Wird frühzeitig mit der Medikamentengabe begonnen, können viele Patienten ein schmerzfreies Leben führen. Darauf weisen Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) anlässlich des Patiententags im Rahmen ihres Jahreskongresses in Wiesbaden hin. „Das Gelenk wird, wie bei der rheumatoiden Arthritis, ohne Behandlung langfristig zerstört", warnt Prof. Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann, Direktorin der Klinik Innere Medizin IV (Rheumatologie, Klinische Immunologie, Nephrologie) an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden.

In der Regel verschreiben Ärzte bei einer Psoriasis-Arthritis Basis-Medikamente, beispielsweise immunologisch wirksame Medikamente wie Methotrexat, Sulfasalazin und Leflunomid. Sehr gut wirksam sind Biologika, die den Botenstoff TNF-alpha hemmen. Zudem sind in den letzten Monaten neue Medikamente zur Therapie der Haut und der Gelenke zugelassen worden. Wegen der Wirkung auf das Immunsystem und möglicher Nebenwirkungen müssen die Patienten gut aufgeklärt werden. „Die Therapie darf aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur unter engmaschiger Betreuung durchgeführt werden", ergänzt Prof. Dr. med. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM aus Göttingen: „Ziel ist ein maximaler Gelenkschutz bei minimalen Risiken und Nebenwirkungen."

Sowohl bei der Psoriasis als auch bei der Psoriasis-Arthritis spielen genetische Faktoren eine entscheidende Rolle. Jährlich werden in großen internationalen Studien neue Gene gefunden, die Einfluss auf immunologische Abwehrreaktionen der Haut und auf Entzündungsvorgänge im Körper nehmen. „Wir haben gelernt, dass Ärzte - vor allem Dermatologen und Rheumatologen - und Patienten bei einer Schuppenflechte immer auch rheumatische Gelenkentzündungen in Betracht ziehen müssen, um rechtzeitig reagieren zu können", erklärt Prof. Märker-Hermann. Damit könne den Patienten eine Doppelbelastung durch Haut- und Gelenkbeschwerden erspart bleiben. Die eingesetzten Medikamente wirkten sich zudem positiv sowohl auf die rheumatischen Beschwerden als auch auf die Schuppenflechte aus.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)